Dankbar: Irans Außenminister löst "Gelübde" ein
Obama redet Israel ins Gewissen

US-Präsident Barack Obama hat die als historisch bezeichnete Atom-Einigung mit dem Iran gegen erbitterte Kritik Israels und der oppositionellen Republikaner verteidigt. Die Vereinbarung habe von Anfang an nur ein Ziel gehabt: eine iranische Atombombe während der nächsten zehn Jahre zu verhindern. Dies sei mit der Einigung möglich, betonte der Friedensnobelpreisträger. Alle Alternativen, vor allem ein Krieg, seien schlechter gewesen.

Obama versuchte, überzogene Erwartungen an das Abkommen zu dämpfen. "Wir messen diesen Deal nicht daran, ob er das Regime im Iran verändert", sagte er in einem Interview der "New York Times". "Wir messen diesen Deal nicht daran, ob wir jedes Problem, das auf den Iran zurückverfolgt werden kann, ob wir all ihre schändlichen Aktivitäten rund um den Globus ausräumen." Es gehe allein darum, dass der Iran keine Atomwaffe erhalten könne. Dies wisse auch Israels Premier Netanjahu. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) rief den Iran nun zu einer Verbesserung seiner Beziehungen zu Israel auf. Die Spannungen und die Gewalt in der Region müssten insgesamt beendet werden, sagte er vor dem Rückflug von seinem China-Besuch. "Für uns ist es selbstverständlich, dass der Iran auch sein Verhalten und Verhältnis gegenüber Israel verändern muss."

Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die in der Atom-Vereinbarung festgelegten Regeln "wasserdicht und überprüfbar". Davon wolle man auch die israelische Regierung überzeugen, sagte der Sprecher des Ministeriums, Martin Schäfer.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif will nach dem Abschluss des Abkommens offenbar so etwas wie ein Gelübde einlösen. Er soll versprochen haben, bei einer Einigung im Atomstreit das Mausoleum des achten schiitischen Imams Resa in Maschad im Nordosten des Irans zu besuchen. Dieses Gelübde werde er nun erfüllen, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim.
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