Darf der Prophet dargestellt werden?
Hintergrund

Nach den Glaubensvorstellungen der Muslime sollen weder Gott noch Mohammed oder andere Propheten bildlich dargestellt werden. Das hängt mit dem Verbot der Anbetung von Götzen zusammen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland leitet dies auf seinem Informationsportal "islam.de" aus dem wichtigsten Gebot des Islams her: "Es gibt keine Gottheit außer Gott." Ein ausdrückliches Bilderverbot enthält der Koran nicht, dennoch setzte es sich im Islam durch.

Da nach traditioneller Auffassung Gott allein Schöpfer ist, verbietet sich jede Abbildung der Schöpfung. Konservativen Muslimen gelten Darstellungen Mohammeds als Beleidigung der Religion. Doch wurde das Bilderverbot in der Geschichte nicht von allen Muslimen so streng befolgt. So gibt es auch künstlerische Darstellungen des Propheten, die von Muslimen stammen. Für ironische oder gar negative Darstellungen ihres Religionsstifters hat die Mehrheit der Muslime aber kein Verständnis. (dpa)

Pressestimmen "Der europäische 11. September"

Der Mordanschlag auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" beschäftigt Zeitungskommentatoren in aller Welt. Eine Auswahl:

Arabische Welt: Das tunesische Magazin "Leaders" fordert Muslime auf, demokratische Werte zu verteidigen. "Wir müssen konkret nachweisen, dass unser Glaube uneingeschränkt den Humanismus fördert, der Islam in erster Linie spirituell ist."

Frankreich: Der konservative "Le Figaro" kommentiert: "Uns wurde der Krieg erklärt. (...) Zu lange sind wir im Namen eines irregeleiteten Humanismus unseren schlimmsten Feinden entgegengekommen."

Bulgarien: "24 Tschassa" kommentiert: "Das ist der europäische 11. September."

Dänemark: Die liberale dänische Tageszeitung "Politiken" spricht von einem "Attentat auf das Erbe der Französischen Revolution, auf dem alle westlichen Demokratien gründen". (dpa)
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