Datenschützer gegen Klarnamen-Zwang
Kurz notiert

Hamburg.(dpa) Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte geht wegen der Klarnamen-Pflicht gegen das Online-Netzwerk Facebook vor. Facebook müsse zulassen, dass Menschen den Dienst auch mit einem Pseudonym nutzen, forderte der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar in einer Verwaltungsanordnung an das Netzwerk. Das Unternehmen dürfe pseudonyme Profile nicht sperren und auch keine Kopie des Personalausweises als Beleg für den Namen der Nutzer fordern.

Experten: Ausschluss nicht ausschließen

Berlin.(dpa) Top-Ökonomen streiten über das künftige Euro-Krisenmanagement. Kontroversen gibt es vor allem über Regeln für Staatspleiten sowie Schritte zur stärkeren Integration der 19 Euro-Länder. Die "Wirtschaftsweisen" plädieren in einem am Dienstag vorgelegten Sondergutachten für die Möglichkeit, künftig Euro-Staaten auch aus der Währungsunion ausschließen zu können. Wie die Forscher vom ZEW fordern die Regierungsberater zudem eine Insolvenzordnung für Euro-Staaten, um private Gläubiger stärker in die Pflicht zu nehmen. Einen europäischen Finanzminister oder eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung der Euro-Länder, wie sie das ZEW fordert, lehnen die "Weisen" strikt ab. Scharfe Kritik an den Vorschlägen der "Wirtschaftsweisen" übte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Der Berliner Ökonom warf dem Sachverständigenrat eine Kehrtwende vor und nannte den Vorschlag eines Euro-Austritts "höchst gefährlich".

Todesstrafe für Sohn des Diktators

Tripolis.(dpa) Ein libysches Gericht hat den Sohn des 2011 gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi wegen Kriegsverbrechen bei der Bekämpfung der Aufstände gegen seinen Vater zum Tode verurteilt. Die Richter in Tripolis sprachen Saif al-Islam auch wegen Korruption schuldig, wie die staatliche Nachrichtenagentur LNA am Dienstag meldete. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden. Der 43-Jährige stand seit April 2014 zusammen mit 36 weiteren Funktionären des früheren Regimes vor Gericht. Neben Al-Islam wurden am Dienstag auch Gaddafis letzter Ministerpräsident Al-Bagdadi Al-Mahmudi sowie der ehemalige Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi zum Tode verurteilt. UN-Organisationen kritisierten das Zustandekommen des Urteils.
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