De Maizière wirbt für Einsatz von Wachpolizisten
SPD will keine "billigen Hilfssheriffs"

Thomas de Maizière. Bild: dpa

Berlin. Der Vorstoß von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zum Einsatz von Wachpolizisten ist auf breite Ablehnung gestoßen. Vor allem aus den Reihen der SPD hagelte es Kritik. De Maizière hatte in der "Rheinischen Post" gesagt, dass eine Wachpolizei gegen die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen helfen könne. Sie sollte besetzt sein mit "Kräften, die über eine Kurzausbildung verfügen und begrenzte Befugnisse haben, aber Uniform und Waffe tragen". De Maizière stellte sich besonders belastete Viertel als Einsatzort vor: "Sie würden die Präsenz der Polizei erhöhen und können Meldungen machen." Als Vorbild nannte er die Wachpolizei in Sachsen. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner (SPD) wies das Ansinnen prompt zurück. De Maizière wolle "billige Hilfssheriffs für Kriminalitätsbekämpfung" einsetzen. Um die innere Sicherheit tatsächlich zu erhöhen, müssten zusätzliche Stellen geschaffen werden. Die öffentliche Sicherheit sei kein "Feld für Crashkurs-Ordnungshüter". Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) erklärte: "Ich halte überhaupt nichts von einer "Polizei-Light", das kann nicht der richtige Weg sein."

Die Gewerkschaft der Polizei sieht die Idee kritisch. "Wenn jetzt übereilt Wachpolizisten eingestellt, in einem Crashkurs in nur wenigen Wochen ausgebildet werden und danach über zahlreiche tiefgreifende Befugnisse verfügen, ist das Flickwerk an einer verschlissenen Personaldecke auf Kosten der inneren Sicherheit", sagte GdP-Vize Jörg Radek. (Kommentar)
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