Demonstration auf dem Marktplatz Amberg: auf Positives der Stadt verweisen
Amberg zeigt sich kunterbunt

Am Freitag zeigten die Weidener Solidarität (Bild), am Montag zieht Amberg nach. Bild: Hartl

Amberg. (ass) Amberg ist tolerant, weltoffen, vielfältig und bunt. Das beweisen die Bürger dieser Stadt jetzt auch. Am Montag um 18 Uhr treffen sich alle, die ein Zeichen setzen wollen, auf dem Marktplatz. "Findet zusammen, baut Brücken", ist das Motto der Veranstaltung.

Es sind keine Organisationen, keine Parteien oder gar Kirchen, in denen die Idee geschmiedet wurde, auf dem Marktplatz zu demonstrieren, dass auch in Amberg Menschen leben, die nicht darauf schauen, welche Sprache jemand spricht, welche Hautfarbe er oder sie hat und welcher Religionsgemeinschaft er angehört. Hinter der Aktion steckt eine einzelne Frau: Michaela Peter, Kunsttherapeutin, Luftlehrerin und eine der Gründerinnen des Amberger Kunstkombinats. Es war eine E-Mail an Freunde und Bekannte, mit der Michaela Peter in dieser Woche die Lawine in Gang gesetzt hat. Sie wolle nicht länger nur darüber reden, dass etwas getan werden müsste, sie wolle handeln - und zwar jetzt, schrieb sie und lief damit offene Türen ein. Es kam Zuspruch von allen Seiten, Menschen boten sich an zu helfen, und inzwischen hat sich mit Amberger Bunt auch die erste politische Organisation dieser Bewegung, die keine ist, angeschlossen.

Auf Positives der Stadt verweisen

"Jetzt kann ich wohl nicht mehr zurück", sagt Michaela Peter in ihrer Küche im Kunstkombinat. Die Öffentlichkeit ist in Kenntnis gesetzt, das Rad kann nun nicht mehr aufgehalten werden. Auf keinen Fall aber will die Kunsttherapeutin ihre Aktion missverstanden wissen: Sie will nicht gegen irgendetwas demonstrieren. Nicht gegen intolerante Menschen, nicht gegen Pegida oder uneinsichtige Islamisten. Michaela Peter möchte mit ihrem Aufruf zeigen, was Positives in dieser Stadt steckt. "Amberg für Toleranz, Offenheit, Vielfältigkeit, Freiheit und Demokratie", ist der Aufruf überschrieben, den sie inzwischen veröffentlicht hat.

Toleranz wichtig

Toleranz ist Michaela Peter ganz wichtig. Sie will keinen Menschen diskriminieren wegen seiner Herkunft, seiner religiösen Zugehörigkeit, seiner sexuellen Orientierung oder der körperlichen und geistigen Verfassung. "Dabei geht es um Achtsamkeit im Umgang mit anderen Meinungen und Weltanschauungen und die Auswahl der Mittel, wenn es zu Konflikten mit den eigenen Grenzen und denen der anderen kommt." Vergessen werden sollte bei der ganzen Aktion aber auch der Witz nicht, so sagt sie. "Daher sage ich auch: Freie Luftballons für alle." Als pädagogische Kraft im Luftmuseum möchte sie natürlich auch dessen hintergründigen Humor transportieren. Die Ballons werden am Marktplatz aufgeblasen und abgegeben, nach dem Zug zum Multifuktionsplatz können sie steigen."

Keine Lösung für alle Probleme

"Ich habe aber keine Lösung für alle Probleme", macht Michaela Peter deutlich. Sie könne auch die Menschen verstehen, die ihre Ängste nach außen tragen. Aber man müsse die Bürger zusammenbringen. "Das ist mal ein Anfang." Michaela Peter bittet alle Leute, die am Montag auf den Marktplatz kommen, "leise" Musikinstrumente mitzubringen: Zimbeln, Triangeln, Glöckchen und ähnliches. "Es muss nicht lautes Schreien und Lärmen sein, um Position zu beziehen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.