Demonstrationen gegen Rassismus
Gemeinsam gegen Fremdenhass

Dem Aufruf "Hand in Hand gegen Rassismus" folgten am Wochenende bundesweit Tausende Demonstranten. Bild: dpa

Eine Menschenkette, ein Band zwischen Flüchtlingsunterkünften, Rathäusern und Kirchengemeinden: In Deutschland setzen Tausende ein Zeichen gegen Fremdenhass. Und kritisieren die Flüchtlingspolitik.

Berlin. Mit Menschenketten haben am Sonntag Tausende Menschen in deutschen Städten gegen Rassismus demonstriert. Einen Tag vor dem internationalen Gedenktag für Flüchtlinge gingen sie unter dem Motto "Hand in Hand gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt" auf die Straße, um ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen.

In Berlin, München, Hamburg und anderen Städten verbanden die Menschen symbolisch kirchliche und soziale Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte und Rathäuser. Organisiert wurde die Aktion von einem Bündnis, dem unter anderem Sozialverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die evangelische Kirche, der Zentralrat der Muslime und Amnesty International angehören. Günter Burkhardt, Geschäftsführer der Organisation Pro Asyl, verurteilte die europäische Flüchtlingspolitik. "Europa macht die Grenzen dicht und verrät die Menschenrechte von Flüchtlingen", kritisierte er in Berlin. "Der Versuch der Abriegelung Europas gegen Flüchtlinge, ein Europa der Zäune, ist aber Wasser auf die Mühlen der Rassisten." Papst Franziskus rief die Menschen dazu auf, Flüchtlingen beizustehen und ihnen zu helfen. "Die Flüchtlinge sind Menschen wie alle, aber der Krieg hat ihnen Haus, Arbeit, Verwandte, Freunde genommen", sagte das katholische Kirchenoberhaupt nach dem Angelus-Gebet am Sonntag auf dem Petersplatz.

SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert einen Schulterschluss der Mitte-Links-Parteien im Kampf gegen erstarkende rechte Kräfte. In einem Gastbeitrag für das Magazin "Der Spiegel" warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, mit einer "Entkernung der CDU" mitverantwortlich für das Erstarken rechter Kräfte in Deutschland zu sein. Die Mitte-Links-Parteien müssten sich besinnen, "um ihren notorischen Missmut, ihre Eitelkeiten und Spaltungen zu überwinden", mahnte Gabriel. Linke-Politiker reagierten verhalten bis wohlwollend auf den Vorstoß. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reagierte offen. "Eine Regierung diesseits der Union ist möglich und nötig", sagte er der "Bild am Sonntag". "Voraussetzung ist, dass die Beteiligten einander respektieren und aushalten. Eine progressive Agenda muss soziale Sicherheit und innere Sicherheit verbinden."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.