Der Fall Tebartz-van Elst: Auch Barmherzigkeit hat Grenzen

"Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand." Der Satz ist berühmt, seit Margot Käßmann darin nach ihrer Alkoholfahrt und dem Rücktritt als Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Trost fand. Inzwischen ist Käßmann EKD-"Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017" und damit rehabilitiert.

Der Liedtext aus dem Evangelischen Gesangbuch ist also eine schöne Ermutigung für alle Gestrauchelten. So auch für den Limburger Ex-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der als "Protz-Bischof" Geschichte schrieb. Schon nach seinem erzwungenen Rücktritt war klar, dass ihn der Vatikan nicht mit ewiger Verdammung straft. Dennoch bleibt der barmherzige Ruf in den "Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung" eine Fehlentscheidung - ob mit oder ohne Segen des Papstes. Tebartz-van Eltz mag strafrechtlich keine Schuld treffen - eine Empfehlung für die Kirche ist er nicht mehr. Erst recht nicht für die Neuevangelisierung.

albert.franz@derneuetag.de
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