Der Standard
Pressestimmen

Zu den Neuwahlen in Griechenland meint die Wiener Zeitung:

Acht Monate nach dem Sieg der radikalen Linken und zwei Monate nach dem Referendum sollen die Griechen erneut wählen. Es geht um Tsipras, nicht mehr um sein Parteibündnis. Das hat sich gespalten. Der Mehrheitsteil von Syriza, getragen von der linkssozialistischen Gruppe Synaspismos, beugt sich zähneknirschend der Realität der Kreditwelt. Die Griechen wollen im Euro bleiben - das haben Tsipras und der Teil der Partei, der bei ihm bleibt, akzeptiert. Der politische Neustart sollte gelingen. Die proeuropäische Opposition hat noch keine überzeugenden Argumente; sie war es ja, die mit ihren Stimmen im Parlament erst die Annahme des neuen Hilfskredits ermöglichte. Die neue Drachme-Partei der Syriza-Rebellen wird sich schwertun, mehr als das linke Protestmilieu zu mobilisieren. Wahlmüdigkeit ist Tsipras' Problem.

NZZ

Die "Neue Zürcher Zeitung" kommentiert zu Griechenland:

Dass in diesem Herbst gewählt wird und (Ministerpräsident) Alexis Tsipras sein Amt als Regierungschef verteidigen wird, gilt nach wie vor als das wahrscheinlichste Szenario. Seine Popularität ist ungebrochen, ebenso jene von Syriza. Einen Herausforderer, der Tsipras gefährlich werden könnte, gibt es derzeit nicht. Allerdings deuten Umfragen darauf hin, dass Syriza wiederum Koalitionspartner brauchen wird. Nach der Spaltung dürfte sich Syriza vom linken Rand auf die Mitte zubewegen und damit ein Terrain bewirtschaften, das auch die sozialdemokratisch ausgerichtete Pasok beackert.

Sächsische Zeitung

Die Zeitung aus Dresden schreibt:

Nun droht Griechenland ein Wahlkampf, der das Land weiter polarisiert - hier jene, die den Kurs der Geldgeber strikt ablehnen; dort jene, die harte Reformen für unvermeidlich halten. Es ist eine Konstellation, die nicht jene Stabilität verspricht, die das gebeutelte Land dringend braucht. Jetzt einen lähmenden Wahlkampf zu führen, ist nicht die beste Lösung für Griechenland. Besser wäre es, nach einer möglichst breiten Koalition zu suchen; einer Regierung der nationalen Einheit, die die versprochenen Reformen umsetzt. Stattdessen verliert das Land wieder wertvolle Zeit.
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