Der Standard
Pressestimmen

Zum Streit in der EU über die Verteilung von Flüchtlingen schreibt die österreichische Zeitung:

Die EU befindet sich in einer fundamentalen Krise. Die Suche nach einer Lösung für den Flüchtlings- andrang zeigt, dass jeder EU-Staat nur auf das eigene Wohl und Wehe Rücksicht nimmt. Dabei haben sich die EU-Mitgliedstaaten zu solidarischem Handeln verpflichtet. In Artikel 80 des Lissabonner Vertrags ist "der Grundsatz der Solidarität und der gerechten Aufteilung der Verantwortlichkeiten unter den Mitgliedstaaten, einschließlich in finanzieller Hinsicht" klar festgeschrieben. ... Von einer verpflichtenden Verteilungsquote ist keine Rede mehr, die Aufnahme von 120 000 Flüchtlingen ist eine einmalige Aktion, ein dauerhafter Verteilungsschlüssel ist nicht in Sicht. Und ein neues, umfassendes Asylsystem, das dringend benötigt werden würde, ist schon gar nicht zu erwarten. Die Gräben sind derzeit so tief, dass eine diesbezügliche Einigung nicht möglich scheint.

Nepszabadsag

Die ungarische Tageszeitung meint zum Auftritt von Ministerpräsident Viktor Orban bei der CSU-Klausurtagung im Kloster Banz:

In Europa bekommt der ungarische Ministerpräsident, der seine Rolle als Grenzschutzoffizier sichtlich genießt, viel Beifall. Für Ungarns Prestige und Ansehen ist es aber ungeheuer schädlich, dass Viktor Orban Seehofer in dessen Auseinandersetzung mit Merkel hilft. Bayern ist für Ungarn ein wichtiger Partner ... doch ist Bayern nicht Deutschland. Und die CSU spielt nicht in derselben Liga wie die CDU. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer wird nie eine Bundestagswahl gewinnen.

Stuttgarter Nachrichten

Das Blatt kommentiert die Krise bei VW und behauptet, auch bei anderen Herstellern werde getrickst:

Ebenso wichtig wie ein Neuanfang bei VW wird sein, endlich das Problem der unterschiedlichen Schadstoff-Emissionen von Autos bei Zulassungstests und im tatsächlichen Betrieb auf der Straße anzugehen. Denn getrickst wird auch bei anderen Herstellern. Nur war bisher offenbar keiner so dreist.
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