Der Tagesspiegel
Pressestimmen

Die Zeitung aus Berlin meint zur Reise der Kanzlerin in die Türkei:

Merkel verlangt von den Türken, dass ihnen etwas gelingt, was die Europäer selbst nicht schaffen: ihre Grenzen zu sichern, undurchdringlich zu machen für Ausreisewillige. Geld, viel Geld, und politische Zugeständnisse sollen Staatschef Erdogan dem europäischen Bitten, oder besser: Flehen, gewogen machen. Der aber weiß, zwei Wochen vor einer von ihm erzwungenen Wahl, dass die Trümpfe auf seiner Seite sind. Die Verhältnisse haben sich umgekehrt. Die EU in der Person Merkels kommt, wenige Tage nach dem Flüchtlingsgipfel in Brüssel, als Bittsteller, dem der moderne Sultan Erdogan, der sich im eigenen Land benimmt wie der Herrscher von 1001 Macht, eine Gunst gewähren oder verweigern kann.

Die Welt

Die Zeitung aus Berlin schreibt zum Merkel-Besuch in der Türkei:

Das vage Versprechen auf Reiseerleichterungen und das Öffnen von neuen Kapiteln in den zur Farce gewordenen EU-Verhandlungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Merkel die Türkei auf die Rolle eines Grenzschützers zurechtgestutzt hat. Dafür darf Erdogan darauf hoffen, dass aus Europa weniger Kritik an seiner autoritären Politik zu hören sein wird.

Rhein-Zeitung

Das Blatt kommentiert die Forderung der Deutschen Polizeigewerkschaft nach einem Grenzzaun:

Ein deutscher Grenzzaun würde die ankommenden Flüchtlinge zurückstauen. Die Menschen würden in den Ländern der Balkanroute oder an den Ufern des Mittelmeers zu Abertausenden ausharren müssen. Was dann passieren würde, lässt sich ausmalen: Verelendung, Gewaltausbrüche, chaotische Zustände, Epidemien, Hunger, Anschläge dürften die Folge sein, und all das auf dem Boden der EU.
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