Der Weidener Soldat Jens Mroseck für Ebola im Einsatz
"Das ist das Beste, was man machen kann"

Jens Mroseck. Bild: fku

Weiden. (fku) Der Gegner ist diesmal mit menschlichem Auge nicht auszumachen. Gefährlich wird es trotzdem, wenn sich die Bundeswehr am Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika beteiligt. Soldaten und zivile Angestellte sollen unter anderem helfen, eine mobile Krankenstation zu errichten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rief dazu auf, sich freiwillig für die Mission zu melden. Antwort bekam sie daraufhin auch aus Weiden.

Zwei Soldaten des Artilleriebataillon 131 stehen momentan als potenzielle Helfer auf der Liste des Ministeriums. Ob ihre Dienste tatsächlich in Anspruch genommen werden, ist noch offen. Vier Wochen würde ihr Einsatz dauern. Danach folgte noch eine dreiwöchige Quarantäne-Phase. Einer aus Weiden, den das nicht schreckt, ist der 32-jährige Oberfeldwebel Jens Mroseck. Um mögliche finanzielle Zulagen gehe es ihm nicht, sagt er. "Das ist mir egal." Er hat bessere Gründe, wie er im Interview erklärt.

Herr Mroseck, wann waren Sie das letze Mal krank?

Mroseck: Vor zwei Wochen. Ein bisschen Husten. Warum?

Harmlos im Vergleich zu Ebola.

Mroseck: Klar, das ist kein Schnupfen. Und ich muss zugeben, dass ich auch ein bisschen Bammel habe. Andererseits: Ich bin ausgebildeter Industriemeister Elektrotechnik. Und wenn ich mit meiner Ausbildung Menschen helfen und damit Leben retten kann, dann ist das doch das Beste, was man machen kann.

Wie kann denn ein Elektrotechniker gegen eine Krankheit helfen?

Mroseck: Die Bundeswehr baut in Afrika eine Hilfseinrichtung für insgesamt 50 Patienten auf. Die stellt man nicht einfach so hin, und es funktioniert. Da gehört einiges dazu, zum Beispiel auch die Stromversorgung. Und dafür braucht es auch einen Elektrotechnik-Meister.

Haben Sie lange überlegt, bevor Sie sich gemeldet haben?

Mroseck: Nach dem Aufruf habe ich mich erst einmal schlau gemacht: Was ist das für eine Krankheit? Um was geht's da genau? Und natürlich denkt man auch an die Familie, an zu Hause. Aber ich habe mich dann dafür entschieden, als ich gesehen habe, dass ich mich zwar vielleicht nicht direkt um die Patienten kümmern würde, aber helfen könnte. Das zählt doch.

Familie und Kameraden werden das vielleicht anders sehen.

Mroseck: Ich hab' zwar keine Frau und keine Kinder. Aber, klar, meine Eltern machen sich schon sehr Gedanken. Trotzdem unterstützen sie mich. Die Kameraden sehen das unterschiedlich. Sehr viele haben gefragt: "Bis du dir da sicher?" Aber es gibt auch viele, die das gut finden.

Wie setzen Sie sich mit den Gefahren auseinander? Selbst Infizierte, die in Deutschland behandelt wurden, haben nicht alle überlebt.

Mroseck: Das ist schon heikel. Aber ich hätte ja auch während des Einsatzes die Möglichkeit zu sagen, dass ich nicht mehr will. Und es bleibt dabei: Ich will helfen. Dafür bin ich ja mal ausgebildet worden.
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