Deutsche Fahnder ermitteln in 1136 Fällen wegen Verdachts auf Steuerbetrug
HSBC-Skandal zieht Kreise

Nach dem Steuerbetrugs-Skandal um die britische Großbank HSBC werden in Deutschland Forderungen nach einer härteren Gangart gegenüber Finanzinstituten lauter. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sprach sich am Dienstag dafür aus, Banken die Lizenz zu entziehen, wenn sie das Geschäftsmodell des organisierten Steuerbetrugs nicht aufgeben. Die Schweizer Filiale der britischen Großbank HSBC soll Kunden aus aller Welt bei der Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe geholfen haben.

Nach Erkenntnissen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR haben die deutschen Steuerbehörden im Jahr 2010 nur eine unvollständige Liste von Bankkundendaten der HSBC von der französischen Regierung erhalten. Mögliche Fälle von Steuerbetrug hätten deshalb bis heute nicht aufgeklärt werden können. Internen Dokumenten zufolge hätten 2106 Kunden mit Deutschland-Bezug Geld von der HSBC verwalten lassen. Die Steuerfahndung ist aufgrund der HSBC-Daten in Deutschland bisher in 1136 Fällen dem Verdacht auf Steuerbetrug nachgegangen. Fahnder gehen davon aus, dass von deutschen Kunden etwa 3,3 Milliarden Euro angelegt worden sind. Das Durchschnittsvermögen pro Person habe bei mehr als 1,5 Millionen Euro gelegen.
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