Deutsche wollen Vergleichbarkeit bei der Schulbildung
Wunsch nach mehr Erziehung in Kitas

Eine Stärkung der Kita-Erziehung, einheitliche Abi-Prüfungen und mehr Einfluss des Bundes im Schulbereich - das befürworten nach einer neuen Umfrage die meisten Bundesbürger. "Es gibt eine sehr große Offenheit, ziemlich grundlegende Reformen durchzuführen", sagte der Bildungsforscher Ludger Wößmann bei der Vorstellung des neuen Bildungsbarometer des Ifo-Instituts am Dienstag in Berlin. So sprechen sich 79 Prozent der Befragten für höhere Gehälter bei den Erzieherinnen aus. 77 Prozent sind dafür, dass alle Kinder ab vier Jahren kostenfrei in den Kindergarten gehen können, bezahlt aus Steuergeldern.

86 Prozent der Befragten befürworten Qualitätsstandards in den Kitas bei der Gruppengröße und bei der Ausbildung der Erzieherinnen. 55 Prozent sind allerdings gegen ein verpflichtendes Hochschulstudium für Erzieherinnen. Mehr bundesweite Vergleichbarkeit und Einheitlichkeit seien ein zentraler Wunsch vieler Bundesbürger bei Bildung, sagte Wößmann. So sind 86 Prozent für bundeseinheitliche Abiturprüfungen. 68 Prozent sind für die Einführung bundesweiter Vergleichstests, also zentrale Klassenarbeiten während der Schulzeit. 59 Prozent sind dafür, dass das Verbot für Initiativen und Finanzhilfen des Bundes im Schulbereich aufgehoben wird. Auch für einen generellen Wechsel zum Ganztagsschulsystem zeigen sich viele Menschen offen - doch sinken hier die Zustimmungsraten, je später die tägliche Schulzeit enden würde.

Mit 57 Prozent zu 34 Prozent lehnten die Bundesbürger zum Zeitpunkt der Befragung das umstrittene Betreuungsgeld ab. Mittlerweile hat das Bundesverfassungsgericht das Betreuungsgeld gekippt - Studienautor Ludger Wößmann wertet das Ergebnis als Hinweis darauf, dass eine verfassungskonforme Wiedereinführung keine Mehrheit fände. Für das Ifo-Bildungsbarometer befragte TNS Infratest im Mai 4203 Personen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.