Deutschlands dienstältester Regierungschef

Zehn Jahre hat Jens Böhrnsen die Bremer Politik mit seiner ruhigen, unaufgeregten Art geprägt. Mit ihm verabschiedet sich Deutschlands dienstältester Landeschef und einer der Vorzeige-Hanseaten der deutschen Sozialdemokratie.

Im bundespolitischen Rampenlicht fand sich Böhrnsen 2010 unfreiwillig wieder, als der damalige Bundespräsident Horst Köhler überraschend zurücktrat. Als Bundesratspräsident sprang der Bremer vorübergehend ein - und meisterte das souverän. Manch politischer Akteur hätte es gut gefunden, wenn Böhrnsen das Amt gleich ganz übernommen hätte. Doch Böhrnsen ist durch und durch Bremer. Ein Leben außerhalb seines kleinen Bundeslandes kann er sich nicht vorstellen.

Nach dem Jurastudium in Kiel und Hamburg wurde er Verwaltungsrichter in seiner Heimatstadt. 1995 zog er erstmals in die Bürgerschaft ein, vier Jahre später wurde er Fraktionsvorsitzender. Von seinem Parteikollegen Henning Scherf übernahm Böhrnsen im Oktober 2005 das Bürgermeisteramt und ein Bündnis mit der CDU. Seit der Wahl 2007 regiert er mit den Grünen. Wer auch immer sein Nachfolger wird, hat angesichts der drückenden Finanznot schwere Aufgaben vor sich.

Von seinem Privatleben hat der Landeschef stets wenig preis gegeben. Er ist in dritter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder. (dpa)
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