Die Grünen zeigen sich liberal, aber nicht blauäugig

Der Parteitag der Grünen hat erneut bestätigt, dass sie sich in der Mitte etabliert haben - und dass sie da bleiben wollen. Nichts belegt dies mehr als der Weg, den die Grünen in der Flüchtlingsfrage zurückgelegt haben. Die Partei weiß, wenn sie ihre humanitäre Haltung gegenüber Flüchtlingen aufrecht erhalten will, können nicht alle aufgenommen werden. Deshalb findet der Satz "Dabei ist klar, dass nicht alle, die in Deutschland Asyl beantragen, auch bleiben können" eine Mehrheit.

Anders als andere, sind die Grünen auch in der Außenpolitik keine Träumer, sondern Realpolitiker mit einer Haltung. Das haben sie beim Thema Afghanistan bewiesen - die klügsten Analysen kamen aus ihren Reihen. Das beweisen sie nun beim Thema IS-Terror. Die Grünen wollen diese politisch und militärisch bekämpfen. Sie erliegen aber nicht der Versuchung, durch neue Gesetze Tatkraft vortäuschen zu wollen.

Einmal mehr zeigen die Grünen, dass sie die letzte liberale Partei sind - aber sie sind nicht blauäugig. Parteichef Cem Özdemir betont zurecht den Vorrang des Grundgesetzes vor religiösen Wahrheiten. Bei den Grünen klingt dies sachlich, nicht schrill wie bei anderen.

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