Die Kirche des Papstes Franziskus

Brigitte Rosenberger (links) überreichte ein Präsent an Birgitt Pfaller und bedankte sich stellvertretend für die vielen Gäste für einen aufschlussreichen Vortrag. Bild: lk

Wie sich das Oberhaupt seine Katholische Kirche vorstellt, damit befasste sich Diplomtheologin Birgitt Pfaller aus Regensburg. Ein Thema mit Potenzial, was der Zuhörerstrom unterstrich. Dazu eingeladen hatte der Frauenbund ins Pfarrheim.

Zunächst wollte die Referentin wissen, wie sich die Anwesenden die Kirche vorstellten. Oft sei gerade von Frauen der Wunsch zu hören, die Kirche solle weiblicher werden, Frauen sollten in der Kirche bei Entscheidungen mitreden und das kirchliche Leben ebenso wie Männer prägen können. Papst Franziskus habe mehrfach betont, dass Frauen in der Kirche viel zu sagen haben und mehr gehört werden sollen, sagte Birgitt Pfaller.

Einfacher Lebensstil

Die Referentin zeichnete kurz den Werdegang von Papst Franziskus nach, der als Jorge Mario Bergolio in Argentinien aufwuchs, Priester und Jesuit wurde und schließlich als Erzbischof von Buenos Aires die Kardinalswürde verliehen bekam. Im Jesuitenorden gefiel dem jungen Priester vor allem die Disziplin in der Lebensführung. Als Erzbischof wandte er sich den armen Menschen in den Slums von Buenos Aires zu.

Aus diesen Erfahrungen heraus sei wohl der einfache Lebensstil des Papstes zu begründen, der sich in der Wahl seiner Wohnung, seiner Kleidung und in seinem Verhalten zeige. Wichtig sei dem Papst eine Sprache zu verwenden, die von den Menschen verstanden werde.

Dazu äußerte sich das Oberhaupt der Katholischen Kirche in seinem Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium" - "Die Freude des Evangeliums". Darin heiße es unter anderem, wenn man sich an die Sprache der anderen anpassen wolle, um sie mit dem Wort Gottes zu erreichen, müsse man viel zuhören und das Leben der Leute teilen. In seiner Aufgabe, die katholische Kirche zu leiten, verstehe sich der Papst als Erster unter Gleichen. Er lege viel Wert auf die Gemeinschaft der Bischöfe und wolle Entscheidungen nach Austausch und Beratungen mit ihnen gemeinsam treffen. Die Verkündigung der frohen Botschaft, dass Gott jeden Menschen liebt, sei für Papst Franziskus das wichtigste Anliegen der Kirche.

Botschaft des Herzens

"Die Christen haben die Pflicht, das Evangelium allen zu verkünden, in der Weise wie man eine Freude teilt", fordert der Papst im "Evangelii Gaudium". Um mit dieser Freude die Menschen zu erreichen, sei es wichtig , zuerst und oft von der Liebe Gottes zu sprechen. Der Papst nennt dies die Botschaft aus dem Herzen des Evangeliums.

Die Morallehre der Kirche leite sich aus dieser Botschaft ab, werde aber in der öffentlichen Meinung oft alleine dargestellt. Dadurch entstehe vor allem bei Außenstehenden der Eindruck, dass es in der Kirche vor allem um moralische Vorschriften gehe. "So wird die Einladung Gottes, ihm zu antworten und seine Liebe weiter zu schenken verdunkelt", sagte die Referentin.

Es geht um die Menschen

Es gehe dem Papst um die Menschen, denen die Botschaft des Evangeliums Leben und Freude schenke. Dies belege ein weiteres Zitat aus der Freude des Evangeliums: "Die Seelsorge ist auf das Wachstum der Gläubigen ausgerichtet, damit sie immer besser und mit ihrem ganzen Leben auf die Liebe Gottes antworten." Papst Franziskus habe in seiner Amtszeit bereits viel in der Katholischen Kirche verändert.

Er mache Mut, neue Wege zu gehen. Der Papst wünsche sich eine offene Kirche , die auf die Menschen zu gehe, sie einlade und ernst nehme. "Eine Kirche, die für die Menschen da ist, nicht für sich selbst."

Die Referentin schloss ihren Vortrag mit einem Zitat aus der Rede des Papstes am Abend seiner Wahl: "Brüder und Schwestern, ich verabschiede mich von euch. Betet für mich, und bis bald. Gute Nacht und angenehme Ruhe." Frauenbundvorsitzende Brigitte Rosenberger bedankte sich mit einem kleinen Geschenk für den interessanten Vortrag.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.