Die "Pille danach"

Die "Pille danach" wird auch als Notfallverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr bezeichnet. Sie kann bei rascher Einnahme eine Schwangerschaft zu einem hohen Prozentsatz verhindern. Demnach verschiebt oder verhindert sie den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Sollte die Eizelle sich bereits im Eileiter oder in der Gebärmutter befinden, verhindert sie weder deren Befruchtung noch das Einnisten in die Gebärmutter.

Nach Einnisten der befruchteten Eizelle ist sie nicht mehr wirksam. Das gilt für die in Deutschland zugelassenen Mittel Levonorgestrel (LNG) und Ulipristalacetat/Ulipristal (UPA). Sie sind laut Medizinern als Verhütungsmittel einzustufen und nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch. LNG-Präparate können in vielen Ländern Europas in der Apotheke gekauft werden. Sie sollen innerhalb von 72 Stunden, vorzugsweise aber 12 bis 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr genommen werden. Laut Berufsverband der Frauenärzte kann LNG innerhalb der ersten 24 Stunden aber nur etwa ein Drittel der Schwangerschaften verhindern.

Bei Einnahme von UPA können demnach zwei- bis dreimal mehr Schwangerschaften verhindert werden. Diese Pille ist zur Verhütung bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr zugelassen. UPA ist bisher europaweit rezeptpflichtig, weil es Einfluss auf eine bestehende Schwangerschaft haben kann. Der EU-Arzneimittelausschuss hat empfohlen, die Rezeptpflicht aufzuheben. (dpa)
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