Die sechs großen Probleme Bulgariens

Das ärmste Land der Europäischen Union, Bulgarien, steht nach der Wahl vor den alten Herausforderungen. Es gibt sechs große Problembereiche:

Korruption: Fast jeder dritte volljährige Bulgare besticht mit Geld, Geschenken oder anderen Gegenleistungen die öffentliche Verwaltung. Das ermittelte das Zentrum zur Erforschung der Demokratie in Sofia. Das Balkan-Land zählt zu den korruptesten Staaten der EU.

Armut: Viele Bulgaren machen die "korrupten Politiker" für die Armut verantwortlich. Ein Fünftel der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze von 251 Lewa (knapp 130 Euro) im Monat. Das errechnete das Institut für Marktwirtschaft (IPI) in Sofia.

Strompreise: Für die meisten Rentner und Hunderttausende sozial Schwache ist die Stromrechnung im Winter unerschwinglich hoch. Diese Menschen sind auf Energiehilfen angewiesen. Die Bildung der Strompreise ist seit Jahren ein Politikum.

Gesundheitswesen: Das staatliche Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen. Die Krankenhäuser sind hoch verschuldet. Immer mehr Fachärzte wandern wegen der geringen Bezahlung ab. Auch im Gesundheitssystem herrscht Korruption - der Patient wird besser behandelt, wenn er draufzahlt. Private Krankenkassen gibt es nicht.

Rentensystem: Das staatliche Rentensystem muss dringend reformiert werden. Eine vorbereitete Reform wurde 2013 auf Eis gelegt. Die Monatsrente beträgt im Schnitt umgerechnet gut 150 Euro.

Vertrauensverlust: Die Bulgaren vertrauen kaum einer Behörde, einem Gericht oder der Politik. Das gefährdet die politische Stabilität und erschwert Krisenlösungen wie die bevorstehende Entscheidung über die Zukunft der viertgrößten Bank des Landes.
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