Die Verunsicherungsminister: De Maizière und Herrmann

Die obersten Sicherheitsminister für Deutschland und Bayern, Thomas de Maizière (CSU) im Bund und Joachim Herrmann CSU) im Freistaat, tragen nicht dazu bei, Vertrauen zu stiften. Ihr Verhalten erhöht das wegen der Terroranschläge von Paris vorherrschende Gefühl der Unsicherheit. Der Erstere zieht es vor zu schweigen, statt ordentlich zu informieren, und verunsichert so alle. Der Letztere hätte besser geschwiegen und das Ergebnis der Ermittlungen der bayerischen Polizei abgewartet, statt Vorurteile zu schüren.

Terrorismus ist psychologische Kriegsführung. Terror soll Angst verbreiten, weit über den Ort des jeweiligen Anschlages hinaus. Dieser Angst kann nur mit ehrlicher Information begegnet werden. Wenn Herrmann voreilig verkündet, ein Pariser Attentäter sei in Bayern registriert worden, fügt sich das nahtlos in den Populismus der in Bayern regierenden Politiker.

Natürlich reisen IS-Kämpfer nicht offen nach Europa. Syrische Pässe könnten ein Mittel dazu sein, da der Terrormiliz Tausende syrische Pass-Rohlinge in die Hände gefallen sind. IS hat aber auch Hunderte europäische Pässe, die ihre Kämpfer abgeben mussten. Entscheidend ist, dass bei jedem Anschlag vom 11. September 2001 bis heute ein Teil der Terroristen bereits vorher im Visier der Behörden waren. Das gilt auch für Paris. Dort schlugen Franzosen und Belgier zu. Das sollten sich de Maizière und Herrmann vor Augen halten. Denn Schläfer gibt es auch hierzulande.

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