Die Welt
Pressestimmen

Die Zeitung aus Berlin schreibt zum Rücktritt von Wolfgang Bosbach:

Es kommt nicht alle Tage vor, dass der Rückzug eines Unionspolitikers aus der ersten Reihe selbst von schärfsten politischen Gegnern ausdrücklich bedauert wird. Wolfgang Bosbach, der zum Herbst "aus Überzeugung" den Vorsitz des Bundestagsinnenausschusses aufgibt, kann sich das getrost hinter den Spiegel stecken. Sein Handeln bleibt allerdings in den Kategorien einer individuellen moralischen Haltung. Politisch ist sein Handeln insofern nicht, als dass er einen Gegenentwurf schuldig bleibt. So geradlinig und nah an seinen Wählern Wolfgang Bosbach mit seinem Rückzugsverhalten auch bleiben mag, er lässt eben diese Wähler ebenso wie seine Mitstreiter in der Euro-Sache allein. Nur Nein sagen hat in der Politik noch selten gereicht.

Kölner Stadt-Anzeiger

Das Blatt meint zum selben Thema:

Seinen Posten als Vorsitzender des Innenausschusses hätte Wolfgang Bosbach nicht abgeben müssen. Dieser Politikbereich hat nichts mit dem Griechenland-Kurs der Bundesregierung zu tun. Als Ausschussvorsitzender repräsentiert Bosbach auch nicht im Wesentlichen die Unions-Fraktion, sondern sitzt eben einem Gremium von Fachpolitikern vor. Menschlich wird er auch von vielen Kollegen anderer Fraktionen geschätzt. Bosbach muss also damit leben, dass jetzt die Frage im Raum stehen bleibt, warum er eigentlich selbst ohne Not die Debatte über einen Mandatsverzicht aufgeworfen hat.

Münchner Merkur

Die Zeitung kommentiert die Probleme um Guantánamo:

Diesmal will der Präsident Ernst machen. Muss er wohl, denn es geht um sein Vermächtnis. Und um die Bilanz einer Amtszeit, die erst jetzt, wo er nichts mehr zu verlieren hat, etwas an Glanz gewinnt. Obamas Schließungsabsichten waren nie nur leeres Gerede. Er wusste, dass Guantánamo zu einem Symbol für die dunkle und erschreckende Seite der Supermacht USA geworden ist. Aber er hatte stets das Militär, die Geheimdienste und die Republikaner im Kongress gegen sich. Daran hat sich nichts geändert.
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