Donald Trump
Gutsherr und Präsident

Der designierte US-Präsident Donald Trump. Bilder: dpa

Die Vorstellung, dass Donald Trump bald Oberbefehlshaber des US-Militärs ist, ist vielen ein Alptraum. Barack Obama hat eine Reihe mahnender Ratschläge für seinen Nachfolger. Der gibt sich unbeirrt.

Fayetteville/Tampa. Er muss über das Militär sprechen, deswegen ist er hergekommen, mit dem General im Schlepptau, den er so bewundert. Donald Trump steht in Fayetteville. Nicht weit entfernt befindet sich einer der größten Stützpunkte der Armee. Der künftige Präsident redet davon, wie großartig die US-Soldaten seien, wie viel man ihnen zu verdanken habe, wie viel er ihnen zurückgeben werde.

Am selben Tag hält der scheidende Oberbefehlshaber Barack Obama in 860 Kilometer Entfernung seine wohl letzte große Rede zur nationalen Sicherheit. Vor Soldaten des Zentralkommandos in Tampa verteidigt er seine Strategie im Kampf gegen den Terrorismus. Und: Er gibt Trump gleich eine Reihe mahnender Ratschlägen mit auf den Weg, ohne dass er einmal dessen Namen ausspricht. Er ruft sein Land auf, im Kampf gegen den Terrorismus auch künftig Werte und geltendes Recht hochzuhalten. Er erinnert daran, dass man Foltermethoden verboten habe.

Es sind Tage voll kalkuliertem Chaos, in denen Trump auf Gutsherrenart Politik macht, indem er den Daumen hebt oder senkt. In denen er den Hörer aufnimmt und mit Taiwans Präsidentin telefoniert - und so China herausfordert. In denen er auf Twitter den amerikanischen Flugzeughersteller Boeing brüskiert, indem er fordert, die neue Air Force One abzubestellen. Der Preis sei zu hoch, die Kosten "außer Kontrolle". Wirtschaftspolitik in 137 Zeichen.

Am Abend in North Carolina präsentiert Trump seinen Kandidaten für den Posten des Verteidigungsministers, Vier-Sterne-General James Mattis. Trump kündigt ihn an wie einen Preisträger, nennt ihn bei seinem Spitznamen "Mad Dog" - "verrückter Hund". Mattis redet nur kurz. Trump legt eine fast kindliche Bewunderung für Militärs an den Tag. Sie kommt nicht von ungefähr. Die Streitkräfte sind eine der wenigen Institutionen, die anhaltendes Vertrauen genießen.

Trump feuert SohnWegen der Verbreitung einer Verschwörungstheorie hat der gewählte US-Präsident Donald Trump ein Mitglied seines Übergangsteams entlassen. Michael G. Flynn junior, der Sohn des designierten Sicherheitsberaters Sicherheitsberater Michael T. Flynn (57) sei nicht mehr Teil des Teams, berichten US-Medien unter Berufung auf Trumps Sprecher Jason Miller. Der 33-Jährige hatte über soziale Medien Gerüchte verbreitet, wonach Hillary Clinton und ihr Wahlkampfchef John Podesta aus einer Pizzeria in Washington heraus einen Kinderpornoring betrieben. (dpa)
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