Drittes TV-Duell zwischen Trump und Clinton
Trump lässt offen, ob er Wahlergebnis anerkennen wird

Hillary Clinton und Donald Trump im Thomas-Mack-Center in Las Vegas bei ihrer dritten und letzten TV-Debatte. Bild: dpa
 
Hillary Clinton und Donald Trump im Thomas-Mack-Center in Las Vegas bei ihrer dritten und letzten TV-Debatte. Bild: dpa

Die großen TV-Duelle des US-Wahlkampfes 2016 sind vorüber. Im glitzernden Las Vegas kam es zum Schluss nochmal zu einem Höhepunkt. Donald Trump sorgte mit einer weitreichenden Aussage für Staunen.

Las Vegas. Knapp drei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat Donald Trump das letzte TV-Duell nicht für eine entscheidende Aufholjagd auf seine Konkurrentin Hillary Clinton nutzen können. Der Republikaner und die Demokratin lieferten sich in Las Vegas vor den Augen der Nation erneut ein hartes Wortgefecht. Trump erneuerte dabei seinen Manipulationsverdacht bezüglich der Präsidentschaftswahl am 8. November und weigerte sich, sich schon jetzt darauf festzulegen, eine etwaige Niederlage auch anzuerkennen. "Ich werde mir das dann anschauen. Ich schaue es mir nicht jetzt an", sagte er beim dritten TV-Duell mit Clinton am Mittwoch in Las Vegas. US-Kommentatoren bewerteten dies als einzigartig in bisherigen US-Wahlkämpfen.

Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrmals mit Verschwörungstheorien aufgewartet und den Eindruck erweckt, die Wahl werde manipuliert. Beweise oder Indizien dafür hat er jedoch nicht geliefert. Sein Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence und seine Tochter Ivanka Trump hatten die Aussagen kurz vor der Fernsehdebatte relativiert und erklärt, die Manipulierungsvorwürfe bezögen sich auf die Medienberichterstattung.

Der 70-jährige Trump liegt in Umfragen weniger als drei Wochen vor dem Wahltermin weit hinter Clinton (68) zurück. Erste Kommentatoren gehen davon aus, dass ihm nur noch ein großer Fehler Clintons oder eine dramatische Wendung zum Wahlsieg verhelfen kann.

Clinton und Trump lieferten sich in Las Vegas ein engagiertes Duell, teilweise inhaltlicher geführt als die beiden Veranstaltungen in Hempstead (New York) und St. Louis (Missouri). Die Demokratin und der Republikaner gerieten bei Themen wie Abtreibung, Waffengesetze und der Besetzung höchster Richterämter aneinander.

Clinton erklärte in ihrem Schlussstatement, sie werde sich besonders für Bildung und sozialen Ausgleich einsetzen. Trump forderte mehr Gesetzestreue und Gerechtigkeit im Land. Oftmals tauschten beide in der vom konservativen Sender Fox News ausgerichteten Debatte jedoch meist bereits bekannte Argumente aus, neue Fakten kamen kaum auf den Tisch. Ein Zeichen, wie hitzig die Debatte geführt wurde: Beide Kontrahenten reichten sich weder zu Beginn noch am Ende die Hände.

Trump beschuldigte seine diesmal in einem weißen Hosenanzug gekleidete Konkurrentin, Lügen über sexuelle Übergriffe zu verbreiten. In denn vergangenen Tagen waren mehrere Frauen an die Öffentlichkeit getreten und hatten den republikanischen Präsidentschaftskandidaten beschuldigt, sie unziemlich bedrängt zu haben. Trump bezeichnete das als Lügen. "Ich kenne diese Leute nicht", sagte er am Mittwochabend.

"Niemand hat mehr Respekt vor Frauen als ich. Niemand", behauptete Trump. Clintons Wahlkampfteam habe die Frauen dazu gebracht, diese Aussagen zu machen. Es habe auch Leute angeheuert, die auf seinen Veranstaltungen gewalttätig geworden seien. Clinton warf dem 70-Jährigen daraufhin vor, Frauen zu verachten. "Donald Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt. Es macht ihn nur zu einem Rüpel."

Die BilanzLas Vegas. (dpa) Es war ihr letzter Schlagabtausch, bevor es am 8. November ernst wird. In Las Vegas gerieten Hillary Clinton und Donald Trump erneut heftig aneinander. Was war bemerkenswert?

TABUBRUCH: Es war das Thema des Abends: Donald Trump weigerte sich, zu sagen, ob er das Wahlergebnis anerkennen wird.

DAS AUFTRETEN: Trump war besser vorbereitet, er wirkte besonders zu Beginn stark. Vergleicht man alle drei Debatten, hatte er in Las Vegas wohl seinen besten Auftritt. Aber auch Clinton war sehr gut. Sie hatte ihre Balance gefunden, griff ihn mal hart an, ignorierte ihn an anderer Stelle.

REDEANTEIL: Diesmal war die Demokratin ihrem Konkurrenten voraus: Laut einer Rechnung des Senders CNN kam der Republikaner auf 35,41 Minuten Redezeit, Clinton auf 41,46 Minuten.

FEHLENDE FAKTENTREUE: Trump nahm es mit den Fakten erneut nicht sehr genau. Er behauptete, die Offensive zur Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul habe nur begonnen, weil Clinton sich um das Präsidentschaftsamt bewerbe. Das stimmt nicht. Die Operation wurde seit Monaten vorbereitet. Irakische Streitkräfte haben dabei die Führung.

GESTEN: Sie wollten sich einfach nicht mehr die Hände reichen, weder Bill Clinton und Melania Trump, noch die beiden Präsidentschaftskandidaten. Hillary Clinton verabschiedete sich nach der Debatte demonstrativ von Moderator Chris Wallace, Trump ignorierte sie auf der Bühne.

WEISSES GEWAND: Clinton erschien in einem weißen Hosenanzug - wie schon nach dem Wahlsieg in Kalifornien, als sie genügend Stimmen für die Nominierung beisammen hatte. Bei der ersten Debatte trug sie Rot, bei der zweiten Blau. Legt man alle drei Outfits zusammen, hat man Amerikas Nationalfarben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.