Drohnenangriff auf IS-Terrorist - Kurden erobern Sindschar im Nordirak zurück
"Dschihadi John" offenbar tot

Screenshot einer Szene aus einem Video, das von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am 2. September 2014 veröffentlicht wurde. Bei der Person soll es sich nach Medienberichten um Mohammed Emwasi handeln. Bild: dpa
Der aus Enthauptungsvideos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) berüchtigte Mörder "Dschihadi John" ist nach Angaben des britischen Senders BBC unter Berufung auf Militärquellen bei einem US-Luftangriff sehr wahrscheinlich getötet worden. Auch die USA gehen demnach davon aus, dass der aus Kuwait stammende britische Extremist bei einem massiven Drohneneinsatz getötet wurde.

"Dschihadi John" ist eine der bekanntesten Figuren der sunnitischen Extremistengruppe. Er war erstmals in einem Video von der Enthauptung des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht. Der Brite war an mehreren weiteren Enthauptungen beteiligt. In IS-Videos trat er stets vermummt auf und sprach Englisch mit Londoner Akzent.

Regierungen zurückhaltend

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Drohnenangriff in der syrischen IS-Hochburg Al-Rakka. Das Ministerium sagte aber offiziell nicht, ob Mohammed Emwasi dabei tatsächlich ums Leben kam. Der britische Premierminister David Cameron sagte am Freitag in London: "Wir können noch nicht sagen, ob der Angriff erfolgreich war. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Tod eines hochrangigen britischen IS-Anführers. Insgesamt seien bei dem Angriff vier ausländische Kämpfer der Extremisten ums Leben gekommen. Bereits im September hatten britische Militärs drei Briten in Syrien durch Drohnenangriffe getötet. Das Trio hatte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Association dem IS angeschlossen. Einen Erfolg im Kampf gegen den IS verbuchen die Kurden im Nordirak. Mehr als ein Jahr nach dem Vormarsch des IS haben sie die strategisch wichtige Stadt Sindschar im Nordirak zurückerobert. Peschmerga-Kämpfer hätten Sindschar befreit, sagte der Präsident kurdischen Autonomiegebiete im Irak, Massud Barsani. Die Einnahme gilt als Voraussetzung, um auch die IS-Hochburg Mossul angreifen zu können.

Weder Strom noch Wasser

In vielen Teilen Syriens hat sich die humanitäre Lage unterdessen dramatisch verschlechtert. Im Norden des Landes seien in den vergangenen Wochen mehrere Zehntausend Menschen von heftigen Kämpfen zwischen Regime und Rebellen vertrieben worden. In Teilen der Großstadt Aleppo gebe es seit mindestens zwei Wochen weder Strom noch Wasser. Nördlich der Stadt Hama seien rund 70 000 Menschen auf der Flucht, erklärte Tamer Hassan von der oppositionsnahen Hilfsorganisation Syrian American Medical Society (SAMS).
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