Dschaber A. in Leipzig festgenommen
Terrorverdächtiger hatte IS-Verbindung

Erleichterte Gesichter bei Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU, rechts) und Jörg Michaelis, Präsident des sächsischen Landeskriminalamts, vor der Pressekonferenz in Dresden. Beide verkündeten die Festnahme des Terrorverdächtigen. Bild: dpa

Hochgefährlicher Sprengstoff in den Händen eines Mannes mit IS-Kontakten: Deutschland drohte offenbar ein verheerender Anschlag. Nach zwei Tagen Fahndung ist der Terrorverdächtige nun gefasst. Erwischt haben ihn syrische Landsleute.

Dresden. Der nach dem Sprengstofffund von Chemnitz festgenommene Dschaber A. steht nach ersten Ermittlungen in Verbindung zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die sichergestellten 1,5 Kilogramm Sprengstoff sind identisch mit der Art, die IS-Terroristen in Frankreich und Belgien verwendet haben. "Die Vorbereitungen in Chemnitz ähneln nach allem, was wir heute wissen, den Vorbereitungen zu den Anschlägen in Paris und Brüssel", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. "Wir hatten Hinweise - nachrichtendienstliche Hinweise -, dass er zunächst einmal Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt konkretisierte sich dies mit Blick auf Flughäfen in Berlin", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Montag der ARD.

In Wohnung überwältigt


Die Polizei hatte den europaweit gesuchten Terrorverdächtigen in der Nacht zum Montag in Leipzig festgenommen. Die Polizei fasste den Syrer in einer Wohnung, wo drei Landsleute ihn bereits gefesselt hatten. Er hatte am Leipziger Hauptbahnhof einen Landsmann angesprochen und nach einer Übernachtungsmöglichkeit gefragt. Der Syrer nahm ihn mit, überwältigte ihn mit zwei Helfern und informierte die Polizei.

Die weiteren Ermittlungen führt die Bundesanwaltschaft. Diese teilte am Montag mit, dass Dschaber A. dringend verdächtig sei, "die Begehung eines islamistisch motivierten Anschlags ... in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet zu haben". Dem ebenfalls inhaftierten 33-jährigen Syrer Khalil A. wirft die Bundesanwaltschaft vor, Dschaber A. seine Wohnung zur Nutzung überlassen und für ihn in Kenntnis der Anschlagspläne die notwendigen Stoffe im Internet bestellt zu haben.

CSU: Flüchtlinge prüfen


Als Reaktion bekräftigte die CSU die Forderung nach einer Überprüfung aller Flüchtlinge. Auch all diejenigen, die bereits im Land seien, müssten "auch unter Beiziehung unserer Nachrichtendienste" überprüft werden, sagte CSU-Chef Horst Seehofer. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer verlangte im ZDF die Einführung eines Haftgrundes "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung", um so die Abschiebung zu erleichtern. SPD-Fraktionsvize Eva Högl sagte der "Saarbrücker Zeitung" dazu: "Gefährder rein präventiv in Haft zu nehmen, ist rechtsstaatlich problematisch." (Kommentar)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.