„Dschihadi John“ ist tot
Schlächter der Wüste

Mit Maske und Messer: Das Standbild aus einem Video soll Mohammed Emwasi zeigen. Archivbild: dpa

London. Als Junge soll er schüchtern gewesen sein. Er spielte Fußball, hatte aber keinen Erfolg bei den Mädchen, studierte Informatik. Das war in seinem "ersten Leben", in London. In seinem "zweiten Leben hatte er dann seinen ersten großen makabren Auftritt im Sommer 2014 in Syrien: Mit schwarzem Gewand stand er im Wüstensand, in der Hand das Messer, mit dem er sein Opfer enthauptete. Sein Antlitz war vermummt, doch er wurde zum "Gesicht des Terrors". Und die Welt gab ihm einen Namen: "Dschihadi John". Noch heute ist unklar, was den Jungen in die Arme der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getrieben hat. Was ihn zum Schlächter werden ließ. Jetzt bestätigte der IS den Tod des Killers. Eine Drohne habe am 12. November in der syrischen Stadt Al-Rakka das Auto getroffen, in dem er saß. Militärs in Washington hatten schon kurz nach dem Drohnenangriff erklärt, "Dschihadi John" sei so gut wie sicher tot. Als Mohammed Emwasi aus Kuwait nach London kam, war er sechs Jahre alt. Klassenkameraden beschrieben ihn als schüchtern, berichtete die Zeitung "The Guardian". Er habe gut Fußball gespielt, sei jedoch etwas klein gewesen, so dass die Mädchen ihn nicht richtig ernst genommen hätten. Ausgerechnet eine Schule der St.-Magdalena-Kirche, eine christliche Bildungseinrichtung, habe der spätere Islamist besucht. Später studierte Emwasi in London Informatik. In dieser Zeit habe er Interesse für den Islam entwickelt, heißt es. Ein für seine Radikalisierung vielleicht entscheidendes Ereignis war ein Zusammenstoß mit Behörden 2009: Als er mit Freunden nach Tansania reisen wollte, sei er nicht ins Land gelassen worden. Afrikanische Polizisten hätten ihn gedemütigt und eingesperrt, berichtet die Menschenrechtsgruppe Cage.

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