Dutzende Seelenverkäufer unterwegs nach Europa
6000 Bootsflüchtlinge an einem Tag

Rom/Regensburg. (dpa/gib) Vor der libyschen Küste sind am Montag an einem einzigen Tag nach Angaben der italienischen Küstenwache 6055 Bootsflüchtlinge aufgegriffen worden. Sie waren auf 32 Schlauchbooten, fünf Kähnen und zwei Flößen unterwegs, wie die Küstenwache mitteilte, die die Rettungsaktion im Seegebiet rund 30 Meilen (55 Kilometer) vor Tripolis koordinierte. Laut Küstenwache konnten neun Menschen nur noch tot geborgen werden. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Italien gab die Zahl der Toten mit 10 und die Gesamtzahl der Geretteten mit "über 6090" an. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, zwei gerettete Frauen hätten in der Nacht zum Dienstag auf einem Küsten-Wachschiff Kinder zur Welt gebracht. An dem Einsatz waren drei Schiffe der Küstenwache, zwei der italienischen Marine, je eines der EU-Mission Eunavformed und der Grenzschutzagentur Frontex sowie Schiffe verschiedener Hilfsorganisationen beteiligt, darunter Sea-Eye. Es war die bisher umfangreichste Rettungsaktion für die Regensburger Helfer. Am Montag versorgte die Crew 794 Menschen auf elf Booten mit Rettungswesten und Rettungsinseln. Der Einsatz dauerte 16 Stunden, teilte Sea-Eye-Sprecher Hans-Peter Buschheuer am Dienstag mit. Unter den Flüchtlingen waren zwölf Schwangere, zwei Kinder und zwei Babys. Eine Person wurde von den Regensburgern aus dem Wasser gerettet, drei Menschen wurden notfallärztlich versorgt. Ein Mädchen mit etwa 17 Jahren starb jedoch.

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