"Ein Mann der Tat"

Deutschland trauert um Helmut Schmidt. In den Reaktionen wird der Altkanzler als großer Staatsmann gewürdigt. Bundespräsident Gauck nennt ihn einen "Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes".

Über alle Parteigrenzen hinweg bekundet die Politik Respekt vor der Lebensleistung von Altkanzler Helmut Schmidt. Der SPD-Politiker starb am Dienstag im Alter von 96 Jahren. Ein Überblick über die wichtigsten Reaktionen:

Bundespräsident Joachim Gauck : "Wir trauern um einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. Helmut Schmidt wird uns allen als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der in seltener Einheit ein Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes war. Er hat sich um unser Land verdient gemacht."

SPD-Chef Sigmar Gabriel : "Ein wirklich großer Patriot, ein großer Europäer und ein großer Sozialdemokrat ist gestorben. Ich glaube, dass sein Vermächtnis Europa ist."

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Schmidt als eine der "ganz großen politischen Persönlichkeiten unseres Landes" gewürdigt. Als Kanzler habe Schmidt nachhaltig Europa und Deutschland geprägt, schrieb Schröder in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Der frühere französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing hat den Tod von Schmidt als persönlichen Verlust bezeichnet. "Er war der beste Kanzler, den Deutschland gekannt hat seit Konrad Adenauer", schrieb der 89-Jährige am Dienstag in einer Stellungnahme für die dpa. "Er hat die äußere Würde seines großen Landes wiederhergestellt." D'Estaing bezeichnete Schmidt als "einen warmherzigen, treuen und ehrlichen Freund, mit dem ich die Ehre hatte, schwere Stunden unserer Zeit zu durchqueren und den ich respektvoll in Erinnerung behalten werde".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): "Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. Wir trauern um einen deutschen Demokraten, einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist. Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD): "Helmut Schmidt vertrat stets die Auffassung, dass die alte Stadtrepublik Hamburg immer eine Stimme der Aufklärung, der Vernunft und des Fortschritts sein müsse. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt trauern um einen Mann, dem sie vertraut haben."

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): "Deutschland hat einen Großen verloren. Als Bürgermeister von Hamburg, als Finanzminister und als Bundeskanzler: Helmut Schmidt wusste, worauf es ankam. Er hat Politik kraftvoll gestaltet - gerade in Krisenzeiten."

CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder : "Helmut Schmidt war der letzte Bundeskanzler, der den Zweiten Weltkrieg als Soldat mit erlebt hat. Diese Erfahrung war für ihn die Motivation, unserem Land zu dienen."

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer : "Ich verneige mich vor der Lebensleistung von Helmut Schmidt, einem Hanseaten, der Bayern in Sympathie verbunden war."

Die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir : "Auch wenn die Grünen gerade in der Gründungsphase in wichtigen Fragen oft auf der anderen Seite der Debatte standen, werden wir Helmut Schmidt, seinen Scharfsinn und seine Freude an der politischen Auseinandersetzung vermissen."

Die Linke-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch : "Helmut Schmidt war Entspannungspolitiker. Sein Ziel blieb es, eine dauerhafte Friedensordnung zwischen den Staaten auf unserem Kontinent herzustellen. Die SPD sollte sich diesem Erbe wieder zuwenden."

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner : "Leitender Angestellter der Republik" - diese nüchterne Tätigkeitsbeschreibung von Helmut Schmidt zeigt, was er verkörperte und was dem Land fehlt: Managementqualität, Gestaltungs- und Führungswille."

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Weitere Informationen und Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/helmut-schmidt
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