Ein starkes Zeichen gegen den Terror

Sie tragen den Tod bereits im Namen - die "Eagles of Death Metal" spielten am 13. November im Pariser Club "Bataclan", als islamistische Terroristen die Konzerthalle stürmten und ein Blutbad anrichteten. 89 Menschen starben, viele weitere wurden schwer verletzt und kämpften noch Tage später um ihr Leben. Der Bandname erscheint nach diesem Desaster wie blanker Hohn. Doch die Musiker bleiben dabei, ja sie wollen sogar die Ersten sein, die nach der Wiedereröffnung des "Bataclan" dort auftreten. Jetzt erst recht - er wolle "zurückgehen und leben", kündigt der Leadsänger an.

Man mag das geschmacklos finden. Einfach dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat, ist unter derart grauenhaften Umständen durchaus diskussionswürdig. Die Band setzt so aber auf jeden Fall ein starkes Zeichen: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir stehen zu unserem "Way of Life". Wir sind stärker als euer Terror. Es ist tatsächlich wichtig, Zeichen zu setzen - gerade im Umgang mit dem islamistischen Terrorismus. Denn auch die Attentäter von Paris wählten ihre Ziele wohl bewusst nach deren Symbolcharakter aus. Bis vor kurzem gehörte etwa das "Bataclan" jüdischen Franzosen, die inzwischen nach Israel ausgewandert sind. Auch die "Eagles of Death Metal" sind als israelfreundlich bekannt.

Bei Zeichen und Gesten allein darf es im Kampf gegen den Terror allerdings nicht bleiben. Nicht nur Künstler sind gefordert - vor allem Politiker müssen jetzt klare Kante zeigen und Handlungsfähigkeit beweisen.

gabriele.weiss@derneuetag.de
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