EKD-Vorsitzender warnt vor Rechtspopulismus in Deutschland
„Klare Kante“

Magdeburg. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bayerische Landesbischof Bischof Heinrich Bedford-Strohm hat vor einem Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland gewarnt. "Wir müssen klare Kante zeigen gegenüber allen Versuchen, ,völkisches' Gedankengut und rechtsextremistische Kampfrhetorik in unserem Land wieder salonfähig zu machen", sagte Bedford-Strohm zu Beginn der EKD-Jahrestagung am Sonntag in Magdeburg. "Es geht nicht um Diskussionsverbote. Um Hetzverbote geht es schon." Wer unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit gegen andere hetze, der müsse gestoppt werden. Denn wer Hass gegen Menschen schüre, setze sich in klaren Widerspruch zu den Grundorientierungen, für die Staat und Gesellschaft ständen.

Auch in Europa und darüber hinaus seien rechtspopulistische Bewegungen Anlass zur Sorge. "Auch der Wahlkampf in den USA war in seinen frauenfeindlichen und ganze Menschengruppen diskriminierenden Tiefpunkten ein Alptraum für die politische Kultur eines Landes, dessen demokratische Tradition ich eigentlich bewundere", sagte er. "Was mir unabhängig vom Wahlergebnis bereits heute Sorgen macht: Rechtspopulistische Bewegungen und ihre Führungsgestalten vergiften das politische Klima, indem sie Ängste schüren, statt sie zu überwinden."

Empört äußerte sich der EKD-Chef angesichts der anhaltenden humanitären Tragödie in Syrien. Trauer gelte all den Menschen, die so sinnlos sterben, Wut den Machthabern, die ohne Skrupel Bomben abwerfen, um ihre Machtinteressen durchzusetzen und Zorn den Waffenhändlern und Bombenproduzenten, die mit all diesem Leid reich werden. Das EKD-Kirchenparlament berät bis Mittwoch unter anderem über die Reform der Kirche sowie die Zukunft Europas. Dem Parlament, der sogenannten Synode, gehören 120 Kirchenparlamentarier aus den 20 evangelischen Landeskirchen an.
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