Entkriminalisierung der Prostitution heftig umstritten
Empörung über Amnesty

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erntet Kritik für ihren Vorstoß, sich künftig weltweit für die Entkriminalisierung von Prostitution stark zu machen. "Geht's noch?", fragte das Frauenmagazin "Emma" am Mittwoch auf Twitter. Amnesty-Delegierte aus aller Welt hatten sich am Dienstag in Dublin dafür ausgesprochen, sich für die volle Entkriminalisierung aller Aspekte einvernehmlicher Sexarbeit einzusetzen.

Die "Emma"-Redaktion um Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer veröffentlichte auch einen Artikel als Reaktion auf den neuen Kurs: "Amnesty will Zuhälter schützen", heißt es darin. Die Organisation habe "endgültig jede Glaubwürdigkeit verloren". Die Empfehlung wurde am Dienstag beim International Council Meeting getroffen - einer Art Hauptversammlung der internationalen Bewegung von Amnesty.

Die Hilfsorganisation Solwodi, die für Opfer von Zwangsprostitution eintritt, übte ebenfalls scharfe Kritik. "Amnesty stellt sich auf die Seite von Zuhältern und Menschenhändlern", sagte die Frauenrechtlerin Lea Ackermann. Amnesty-Generalsekretärin Salil Shetty verteidigte die Empfehlung. Damit sollten die Menschenrechte von Prostituierten gefördert werden. Sie sprach von einer historischen Entscheidung.
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