Entwicklungshelferin in Hand afghanischer Entführer
Deutsche verschleppt

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist eine deutsche Entwicklungshelferin auf offener Straße entführt worden. Die Frau wurde am Montag in der Nähe ihres Büros von zwei bewaffneten Männern aus ihrem Auto gerissen und verschleppt. Sie arbeitet für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die größte Entwicklungshilfsorganisation des Bundes. Nach Angaben der Polizei bekannte sich zunächst niemand zu der Entführung. Die Sicherheitslage in Kabul gilt derzeit als extrem angespannt.

Die Entführung ereignete sich im Stadtteil Kala-e-Fatullah, wo viele Entwicklungsorganisationen ansässig sind. Dort sind auch zahlreiche Unterkünfte für Ausländer. Polizeisprecher Ebadulah Karimi sagte: "Die Frau wurde gekidnappt, als sie ihr Büro gerade verlassen wollte." Die beiden Männer hätten das Seitenfenster eingeschlagen, als die Deutsche bereits im Auto saß. Nach Angaben der Polizei fielen keine Schüsse.

Die GIZ wollte sich zu der neuen Entführung nicht äußern. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es lediglich, man bemühe sich um Aufklärung. In Afghanistan halten sich nach Angaben der Bundesregierung nur noch etwa 80 deutsche Entwicklungshelfer auf. Vor einigen Monaten waren es noch 200. Zudem sind etwa 1700 Einheimische für deutsche Entwicklungsorganisationen tätig.
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