Ermittlungen nach Anti-Terror-Razzien
Vom IS nach Deutschland geschickt?

Ein von der Polizei verbreitetes Bild soll einen 34-jährigen Algerier zeigen. Der in Nordrhein-Westfalen festgenommene Mann sei in Syrien militärisch ausgebildet worden. Bild: Polizei/dpa

Erst kommt die Polizei einer mutmaßlichen Terrorzelle auf die Schliche, dann veröffentlicht sie ein Foto des Hauptverdächtigen in Kampfmontur. Er soll mehrere Alias-Identitäten genutzt haben.

Berlin. Die beiden im Sauerland verhafteten Terrorverdächtigen sind möglicherweise gezielt von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Deutschland geschickt worden, um Attentate zu verüben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen vom Freitag gehen die Ermittler entsprechenden Indizien nach. Einen Beleg dafür haben sie demnach aber nicht. Die Fahnder erhoffen sich weitere Hinweise von der Auswertung von Computern und Mobiltelefonen, die sie zuvor bei der Anti-Terror-Razzia sichergestellt hatten.

Bei der Razzia in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen am Donnerstag wurde die mutmaßliche Terrorzelle zerschlagen. Es gab drei Festnahmen, eine davon in Berlin. Insgesamt wird gegen vier Algerier zwischen 26 und 49 Jahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Den Hinweis, der zu den Durchsuchungen führte, gab das Bundesamt für Verfassungsschutz nach Behördenangaben bereits Anfang Januar. Das im Sauerland unter Terrorverdacht festgenommene algerische Ehepaar nutzte mehrere Alias-Identitäten. Der 34 Jahre alte Hauptverdächtige trat mit mindestens drei falschen Familiennamen auf, wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr. Seine 27 Jahre alte Ehefrau, die genau wie er am Donnerstag in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Attendorn festgenommen wurde, nutzte demnach mindestens eine Alias-Identität. Die Polizei veröffentlichte ein Foto des Hauptverdächtigen, das ihn mit verschiedenen Waffen zeigt. Den Ermittlern lägen mehrere Bilder vor, die den Aufenthalt des Algeriers in Syrien belegen. Der Mann soll dort militärisch ausgebildet worden sein. Mit seiner Familie reiste er demnach Ende 2015 nach Deutschland ein und stellte mit syrischen Personalien einen Asylantrag. Die Algerier hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft womöglich einen Anschlag in Berlin geplant. Ihr Vorhaben wurde laut Informationen aus Sicherheitskreisen im Frühstadium durchkreuzt.
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