Erschlagen, zu Tode gefoltert
UN-Ermittler beklagen das grauenhafte Schicksal von Inhaftierten in Syrien

Genf/Damaskus. In Gefängnissen des Assad-Regimes sowie in Haftlagern extremistischer Gruppen sind in Syrien nach UN-Angaben Tausende von Menschen gequält und getötet worden. Folter, Vergewaltigungen, Morde und weitere Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien dort tägliche Praxis. Das erklärte die vom UN-Menschenrechtsrat berufene Untersuchungskommission für Syrien in Genf in einem Bericht zu massenhaften Tötungen von Gefangenen.

Viele andere Häftlinge seien durch Krankheiten infolge unhygienischer Zustände sowie durch Verweigerung medizinischer Hilfe ums Leben gekommen. Zehntausende Menschen seien von Sicherheitskräften der Regierung unter Präsident Baschar al-Assad inhaftiert worden, vor allem Männer und männliche Jugendliche von etwa 15 Jahren an. Für Verhaftungen reiche dem Regime schon ein Verdacht, dass jemand mit der Opposition sympathisiere. Tausende seien seit ihrer Festnahme "verschwunden", stellte die Kommission fest.

Auch der Terrormiliz Islamischer Staat und der radikalislamischen Al-Nusra-Front werfen die Ermittler Massenhinrichtungen von Soldaten sowie Exekutionen von Gefangenen nach Todesurteilen illegaler Gerichte vor. Eine konkrete Zahl getöteter Gefangener können die Ermittler allerdings nicht nennen.
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