Erste 2000 Flüchtlinge aus Idomeni abtransportiert
Friedliche Räumung

Sanfter Druck, aber keine Gewalt: Die griechische Polizei begann mit der Räumung des Flüchtlingslagers Idomeni. Zuletzt harrten dort noch 9000 Menschen - darunter viele Frauen und Kinder - aus. Bild: dpa

Idomeni. Widerstand gab es nicht. Am Dienstag haben gut 2000 Menschen das wilde Lager im griechischen Idomeni an der Grenze zu Mazedonien verlassen. Sie wurden mit Bussen in Auffanglager gebracht. Die Evakuierung des Camps, in dem sich zuletzt noch bis zu 9000 Menschen aufhielten, soll mehrere Tage dauern.

Die lange angekündigte Räumung hatte am frühen Morgen begonnen. Rund 1400 Polizisten hielten sich in Bereitschaft und sperrten das Lager weiträumig ab. Polizeibeamte in Zivil kontrollierten jeden, der nach Idomeni fahren wollte. Die Polizei veröffentlichte am Nachmittag Videoaufnahmen, die von ihrem Hubschrauber aus gedreht worden waren. Deutlich zu sehen waren Migranten, die koordiniert und ohne Gewaltanwendung in Busse stiegen und das Lager verließen. Augenzeugen berichteten, Zelte und Plastikplanen sowie Müll seien mit einem Bagger beseitigt worden. Reporter zählten bis zum Nachmittag mindestens 25 Busse, die das Lager verließen und ins Landesinnere fuhren.

In Idomeni hatte sich nach der schrittweisen Schließung der Balkanroute im Februar und dem Bau eines Zauns seitens Mazedoniens ein wildes Lager gebildet. Bis zu 15 000 Menschen - unter ihnen viele Frauen und Kinder - harrten dort trotz menschenunwürdiger Zustände aus.
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