Eschenbach: Dr. Monika Attinger schließt ihre Praxis
Helfer vergeblich gesucht

Dr. Monika Attinger an ihrem Schreibtisch. In den nächsten Tagen wird die Eschenbacher Medizinerin ihn für immer räumen. Bild: rn

Wieder eine weniger: In Eschenbach schließt Dr. Monika Attinger ihre Praxis, weil sie keine Mitarbeiter finden kann. Aber auch von den Kollegen hätte sie gerne mehr Unterstützung. In der internistischen Facharztpraxis an der Bergkirche gehen am Dienstag die Lichter aus. 18 Jahre lang praktizierte dort Dr. Monika Attinger. Damit ist zum Monatsende Schluss. Die 61-Jährige schließt ihre Praxis.

Ihr Alter sei aber nicht der ausschlaggebende Grund: "Ich hätte gerne noch einige Jahre die Praxis fortgeführt", sagt die Medizinerin. Dafür fehle ihr jedoch die Unterstützung durch kompetente Mitarbeiter. Die Schließung der Praxis zeichnete sich bereits seit Wochen ab. Sie hatte vergeblich versucht, nach dem Ausfall zweier qualifizierter Mitarbeiter Ersatz zu finden. Wiederholte Stellenausschreibungen brachten ebenso wenig passende Bewerbungen wie die Bemühungen von Bürgermeister Peter Lehr.

Es fehlt an Fachkräften

"Endoskopische und gastroskopische Untersuchungen ohne geeignete Fachkräfte sind nicht durchführbar", sagt die Ärztin. Ihre drei verbliebenen Arzthelferinnen und eine Bürokraft haben sich inzwischen anderweitig orientiert. Dass die Mitarbeiter anderweitig unterkommen würden, war für Dr. Attinger keine Frage. Ihre Mitarbeiterinnen seien qualifizierte Fachkräfte, die ihr stets den Rücken frei gehalten hätten. Solche Mitarbeiter gebe es auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht, wie sie selbst feststellen musste.

Freundschaftliche Beziehungen zu Patienten

Das Ende der Praxis sei schade. Schließlich pflege sie gute, zum Teil gar freundschaftliche Beziehungen zu ihren Patienten. "Es tut mir leid, Eschenbach verlassen zu müssen." Besonders die Privatpatienten fand sie "hier netter, als in der Stadt". Weniger Gutes hat sie über die Hausärzte der Umgebung zu berichten: Von denen habe ihre Praxis zu wenig Überweisungen erhalten. "Die Zusammenarbeit hätte besser sein können", versichert die Internistin.

Zu ihrer beruflichen Zukunft sagt sie: "Jetzt gönne ich mir erst einmal einen längeren Urlaub." Etwa ab September will sie in der Region eine Beschäftigung in Altersteilzeit aufnehmen und öfter einige Tage am Bodensee genießen. Sie verabschiedet sich von Eschenbach mit einem Dank an ihre Patienten und an ihre "zuverlässigen und loyalen Mitarbeiterinnen".
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