EU-Beitritt der Türkei
Wien droht mit Veto

Istanbul/Wien. Österreichs Außenminister Sebastian Kurz hat ein Veto gegen das Eröffnen weiterer Kapitel in den EU-Beitrittsverhandlungen angekündigt. "Ich habe Sitz und Stimme im Außenministerrat. Dort geht es darum, ob neue Verhandlungskapitel mit der Türkei (einstimmig) eröffnet werden. Und da bin ich dagegen", sagte der Politiker der konservativen Volkspartei (ÖVP). Führende EU-Politiker warnten davor, die Beitrittsverhandlungen mit dem Nato-Land zu beenden. Kurz sagte, alle Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sollten abgebrochen werden.

Führende deutsche EU-Politiker warnten dagegen vor einem Abbruch der Beitrittsgespräche. EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sagte: "Wir haben die Chance, mit der Türkei über unsere Werte zu sprechen. Deswegen halte ich eine Beendigung der Beitrittsverhandlungen für falsch." Elmar Brok warnte vor Kurzschlusshandlungen. "Ein sofortiges Aussetzen der Verhandlungen wäre heute diplomatischer Unsinn", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament. Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel will an den EU-Beitrittsverhandlungen festhalten. "In der Lage, in der wir jetzt sind, müssen wir jeden Gesprächskanal zur Türkei suchen", sagte der SPD-Vorsitzende im ARD-Sommerinterview in Berlin.
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