EU-Militäreinsatz im Mittelmeer vor dem Start
Schleuser im Visier

Die Fregatte "Hessen" kehrte am Freitag aus dem Mittelmeer nach Deutschland zurück. Bild: dpa
Der EU-Militäreinsatz gegen Schleuserkriminalität im Mittelmeer steht kurz vor dem Start. Das Politische und Sicherheitspolitische Komitee (PSK) der Mitgliedstaaten einigte sich am Freitag auf einen rund 700 Seiten umfassenden Operationsplan und die Einsatzregeln, wie Diplomaten in Brüssel berichteten. Damit können die EU-Außenminister am Montag wie geplant den offiziellen Startschuss für die Militäroperation geben. Mit dem Einsatz will die EU gezielt kriminelle Schleuserbanden bekämpfen, die Migranten von der libyschen Küste aus auf den Weg in Richtung Europa schicken.

Deutschland wird sich an dem Aufklärungseinsatz voraussichtlich mit der Fregatte "Schleswig-Holstein" und dem Tender "Werra" beteiligen. Beide Schiffe sind derzeit bereits für die Seenotrettung in Nähe der libyschen Hoheitsgewässer unterwegs. Nach der Rettung von mehr als 3000 Flüchtlingen im Mittelmeer legten unterdessen die Fregatte "Hessen" und der Einsatzgruppenversorger "Berlin" am Freitag unter dem Jubel Hunderter Angehöriger im Heimatstützpunkt Wilhelmshaven an. Die Besatzungen hatten in teils dramatischen Aktionen 2623 Männer, 601 Frauen und 195 Kinder aus völlig überfüllten Holz- und Schlauchbooten geborgen und nach Italien in sichere Häfen gebracht. Als drittes Schiff aus dem Verband machte auch die Fregatte "Karlsruhe" in Wilhelmshaven fest. Angesichts der Flüchtlingskatastrophen fordert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sichere und legale Wege in die EU. Die aktuelle Situation der Flüchtlinge sei "tragisch und inakzeptabel", sagte Geschäftsführer Florian Westphal.
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