EU-Parlament macht Alarmsystem zur Pflicht
Neue Autos ab 2018 mit Notruf

Das EU-Parlament hat am Dienstag in wichtigen Verbraucherfragen die Richtung für die Zukunft vorgegeben. Es geht um die Sicherheit beim Autofahren, den Verbrauch von Plastiktüten und den Missbrauch von Alkohol:

E-Call: Ab 2018 wird das automatische Notrufsystem E-Call in allen neuen Automodellen in der EU zur Pflicht. Mit dem neuen System könnte die Zahl der Unfalltoten um zehn Prozent verringert werden, schätzt die EU-Kommission. Bei einem Unfall soll E-Call automatisch den einheitlichen europäischen 112-Notruf auslösen. So sollen Helfer schneller zum Unfallort finden - auch wenn der Fahrer bewusstlos ist. Nach Angaben der EU-Kommission gab es 2014 europaweit mehr als 25 000 Tote bei Verkehrsunfällen.

Plastiktüten:Zum Schutz der Umwelt sollen Verbraucher beim Einkaufen bald weniger Plastiktüten benutzen. Um Müll zu vermeiden, wird der Gebrauch dünner Kunststoffbeutel in der Europäischen Union deutlich beschränkt. Künftig sollen sich die EU-Staaten nationale Ziele zur Verminderung setzen. Demnach dürften bis Ende 2019 nur noch halb so viele leichte Plastiktüten verwendet werden wie 2010. Damals nutzte jeder EU-Bürger im Schnitt knapp 180 Einwegtüten, in Deutschland waren es 64. Bis zum Jahr 2025 soll der Wert weiter sinken auf höchstens 40 pro Jahr.

Alkohol: Bei Wein, Bier oder anderen alkoholischen Getränken soll künftig eine Kalorienangabe auf der Verpackung stehen. Eine entsprechende Entschließung, deren Abstimmung das Parlament von Dienstag auf Mittwoch verschob, fordert eine verschärfte Strategie gegen den Missbrauch von Alkohol. Die EU-Kommission soll einen entsprechenden Gesetzesvorschlag ausarbeiten. Auf den Etiketten soll es Warnhinweise für Schwangere und Autofahrer geben, ebenso wie Angaben über Inhaltsstoffe und Nährwert des Getränks.

Wegen der gestiegenen Bedrohung hat die EU-Kommission außerdem den Aufbau eines Zentrums zur Terrorismusbekämpfung unter dem Dach der europäischen Polizeibehörde Europol vorgeschlagen. Dort sollen Informationen über terroristische Netzwerke zusammenfließen. Das Zentrum soll nationale Fahnder dabei unterstützen, ausländische Kämpfer, verdächtige Finanzströme und extremistische Online-Inhalte aufzuspüren. Auch der Kampf gegen Waffenhandel soll dazu gehören. Es handelt sich zunächst nur um ein Strategiepapier, konkrete Gesetzesvorschläge sollen folgen. (Seite 8)
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