EU sucht Schulterschluss - Großdemonstration gegen Karikaturen in Grosny
Mit islamischer Welt kooperieren

"Ich liebe meinen Propheten Mohammed." Angeblich demonstrierte eine Million Tschetschenen gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen. Bild: dpa
(dpa/epd) Im Kampf gegen den islamistischen Terror will die Europäische Union enger mit den Ländern der islamischen Welt kooperieren. Es sei beschlossen worden, Geheimdienstinformationen nicht nur innerhalb der EU, sondern auch mit anderen Ländern stärker auszutauschen, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nach einem EU-Außenministertreffen in Brüssel. Als Beispiele nannte sie die Golfstaaten und Länder wie die Türkei und Ägypten. In den nächsten Tagen werde zudem in Brüssel ein Expertentreffen zum Thema Terrorfinanzierung organisiert, sagte Mogherini. Dabei werde es um Wege gehen, die Geldquellen von Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat (IS) auszutrocknen. Die tschechische Regierung stärkt als Reaktion auf die Terroranschläge von Paris den Geheimdienst. Zudem erhöht sie die Sicherheitsmaßnahmen. Ein Gesetzentwurf, den das Kabinett am Montag verabschiedete, ermöglicht dem Inlandsgeheimdienst BIS den Zugriff auf Bank- und Telefondaten. Das Parlament muss noch zustimmen.

Wer am Wochenende keine Ausgabe der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo", die Ziel eines der Anschläge in Paris war, bekommen hat, kann hoffen: Voraussichtlich Samstag gehen 30 000 weitere Exemplare in den deutschen Markt, wie der Medienkonzern "Gruner + Jahr" am Montag in Hamburg ankündigte. Im ersten Schritt waren weniger als 5000 Stück in den deutschen Handel gelangt. Der "Charlie Hebdo"-Karikaturist Riss (Laurent Sourisseau) wird voraussichtlich wieder das Ruder des Satiremagazins übernehmen. Der 48-Jährige war bei dem Attentat an der Schulter verletzt worden.

Hunderttausende Menschen haben am Montag in der islamisch geprägten Kaukasusrepublik Tschetschenien gegen Mohammed-Karikaturen in der Pariser Satirezeitung protestiert. Der kremltreue Republikchef Ramsan Kadyrow warf in der Hauptstadt Grosny westlichen Journalisten vor, die Gefühle von Gläubigen zu verletzen. Mehr als eine Million Demonstranten zogen nach Darstellung der tschetschenischen Behörden zur Großen Moschee im Zentrum von Grosny.
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