EU-Türkei-Pakt vor Praxistest
Erste Syrer landen am Montag

Raus aus dem Lager: Nach Unruhen sollen mehr als 500 Migranten den "Hotspot" auf der Insel Chios verlassen haben. Bild: dpa

Athen/Brüssel/Berlin. Deutschland will am Montag die ersten Syrer aus der Türkei als reguläre Flüchtlinge einfliegen lassen. Dabei handele es sich vor allem um Familien mit Kindern, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag. Es gehe um eine Anzahl von Menschen in einer "niedrigen bis mittleren zweistelligen Größenordnung", die im niedersächsischen Friedland ankommen sollen. Am Montag soll auch die im EU-Türkei-Pakt vereinbarte Rückführung von Migranten von den griechischen Inseln in die Türkei beginnen. Nach der Vereinbarung sollen ab dem 4. April Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei zurückgebracht werden. Das Parlament in Athen stimmte dem Pakt am Freitag zu. Für jeden Syrer, den die EU abschiebt, soll ein anderer Syrer auf legalem Wege in die EU kommen - die Union rechnet mit bis zu 72 000 Personen. Unterdessen sind in Griechenland Hunderte Migranten aus einem Auffanglager ausgebrochen. Wie die Zeitung "Ta Nea" auf ihrer Internetseite berichtete, durchschnitten sie am Freitag den Maschendrahtzaun um das Lager auf der Insel Chios. Ihr Leben sei dort nicht mehr sicher, sagten sie. In der Nacht hatte es blutige Auseinandersetzungen zwischen Syrern und Afghanen gegeben. Die Hilfsorganisation Ärzte der Welt zog ihr Team aus dem Lager ab. Im Hafen von Piräus bewarfen sich afghanische und syrische Männer mit Steinen.

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