EU will multinationale Konzerne in die Pflicht nehmen
Gegen Steuertricks

Brüssel. Die EU-Kommission will weitere Steuerschlupflöcher für multinationale Konzerne schließen. Der zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici präsentierte dazu am Donnerstag in Brüssel ein neues Gesetzespaket. Milliarden Euro gingen Jahr für Jahr durch Steuervermeidung verloren, sagte er. Diese Geldmittel könnten etwa zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung verwendet werden.

Nach jüngsten Schätzungen entgehen öffentlichen Kassen in der EU im Jahr 50 bis 70 Milliarden Euro durch Steuervermeidung. Die EU-Behörde macht sich dafür stark, dass Konzerne ihre Steuern dort zahlen, wo Gewinne anfallen. Der EU geht es auch darum, Empfehlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der G20-Staaten umzusetzen.

"Gewisse Unternehmen nutzen Schlupflöcher in den 28 nationalen Systemen in der EU, um eine Besteuerung zu vermeiden", sagte Moscovici. Die EU-Kommission schlägt nun unter anderem den Austausch von Steuerinformationen zwischen den EU-Staaten über multinationale Unternehmen vor. Kleinere Unternehmen, die nicht in mehreren Ländern tätig seien, trügen im Schnitt eine um 30 Prozent höhere Steuerlast als multinationale Konzerne, sagte Moscovici. Die EU-Staaten müssen die Pläne noch einstimmig billigen.
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