Europarat mahnt: Trinkwasser und Medikamente fehlen
Dramatische Lage in der Ostukraine

Mindestens fünf Millionen Menschen sind wegen des bewaffneten Konfliktes in der Ostukraine in Not geraten. Sie bräuchten dringend mehr Hilfe, mahnt der Menschenrechtskommissar des Europarates, Nils Muiznieks. Seit Beginn des Konflikts prorussischer Separatisten mit ukrainischen Truppen im April 2014 seien mindestens 8000 Menschen gestorben und mindestens 17 800 verletzt worden, heißt es in einem Bericht, der am Dienstag in Straßburg vorgestellt wurde.

Ob Wasserversorgung, Kliniken oder Schulen und Kindergärten: Eineinhalb Jahre nach Beginn der Kämpfe seien viele Einrichtungen durch Beschuss schwer beschädigt. Allein in der Stadt Kramatorsk seien 30 Schulen und 20 Kindergärten getroffen worden. Seit September gilt ein Waffenstillstand, schwere Waffen sind von der Front abgezogen worden. Muiznieks rief alle Konfliktparteien auf, nach einer friedlichen Lösung zu suchen.

Der Kommissar untersucht die Lage in Problemregionen der 47 Europaratsländer, in denen es zu Gewalt kommt oder wo Menschenrechte verletzt werden. Anschließend übermittelt er den Regierungen Vorschläge zur Verbesserung der Lage. Muiznieks hatte die Ukraine und die von Rebellen beherrschten Gebiete um Donezk im Juli besucht.

Wasserpumpen ohne Strom

In der Ostukraine haben nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef 1,3 Millionen Menschen kaum sauberes Trinkwasser. Wasserpumpen funktionieren nicht, weil durch Beschuss der Strom ausgefallen ist. Es kommt auch vor, dass bewaffnete Gruppen, Landminen oder beschädigte Straßen den Zugang zu Wasser behindern. Dramatisch ist die Lage in Krankenhäusern, wo es an Medikamenten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Leiden fehlt. So sollen mehr als 400 Menschen an Diabetes gestorben sein.
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