Ex-Agent schweigt
Werner Mauss wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Bochum. Jahrzehntelang war er als Geheimagent in heiklen Missionen im Einsatz - seit Montag steht Werner Mauss als Angeklagter vor Gericht. Der 76-Jährige muss sich vor dem Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung verantworten. Es geht um rund 15 Millionen Euro. Zu den Vorwürfen äußerte er sich am ersten Verhandlungstag nicht.

Nach Ansicht seiner Verteidiger unterliegt Mauss einer Geheimhaltungspflicht und müsste eine Aussagegenehmigung der obersten Bundesbehörden erhalten. "Wir haben um eine Klärung gebeten", sagte Verteidiger Rainer Hamm. "Dies ist jedoch noch nicht vollständig geschehen." Da auf Auslandskonten nur treuhänderisch verwaltetes Vermögen liege, sei eine sinnvolle Verteidigung nur mit einer Aussagegenehmigung möglich. Das sehen die Richter allerdings anders.Laut Anklage hat Mauss unter verschiedenen Namen immer wieder Geld im Ausland angelegt. Es gehe um Beträge von bis zu 60 Millionen Dollar. Konkret geht es um Stiftungen und Nummernkonten, über die millionenschwere Umsätze getätigt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft Mauss vor, Geldanlagen dem zuständigen Finanzamt in Essen bewusst verschwiegen zu haben. Für die Jahre 2012 und 2013 sollen gar keine Einkommenssteuererklärungen mehr eingereicht worden sein. Insgesamt soll Mauss Einkünfte aus Kapitalvermögen in Höhe von über 40 Millionen Euro verheimlicht haben.
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