Ex-Präsident will in Frankreich wieder antreten
Sarkozys Comeback

Der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy im Mai 2011 beim G8-Gipfel in Deauville. Archivbild: dpa

In Frankreich war es ein offenes Geheimnis, jetzt ist es offiziell: Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy steigt noch einmal in den Ring. Doch zunächst wartet ein harter Machtkampf im eigenen Lager.

Paris. Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy will zurück in den Élyséepalast. "Ich habe entschieden, Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2017 zu sein", gab der 61-Jährige am Montag auf Twitter bekannt. In Frankreich galt es als offenes Geheimnis, dass der vor vier Jahren abgewählte Sarkozy einen neuen Anlauf wagen will. Er hatte die Kandidatur von langer Hand vorbereitet und in den vergangenen Wochen auf dem Feld der Sicherheitspolitik scharfe Kritik an der Politik seines Nachfolgers François Hollande geübt.

Sarkozy macht seine Bewerbung in einem Buch offiziell - Titel: "Alles für Frankreich" ("Tout pour la France"). "Ich habe gespürt, dass ich die Kraft habe, um diesen Kampf in einer so bewegten Phase unserer Geschichte zu führen", heißt es in dem auf Twitter veröffentlichten Textauszug. "Die fünf kommenden Jahre werden die aller Gefahren, aber auch aller Hoffnungen sein."

Ein Dutzend Bewerber


Noch am Montag sollte Sarkozy den Parteivorsitz der konservativen Republikaner niederlegen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf sein Umfeld meldete. Dies ist die Voraussetzung für eine Kandidatur bei den Vorwahlen, mit denen die bürgerlichen Rechten Ende November ihren Kandidaten für den Élyséepalast küren wollen. Insgesamt gibt es etwa ein Dutzend Bewerber, als härtester Konkurrent Sarkozys gilt der frühere Premierminister und Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé.

Sarkozy hatte 2007 die Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolène Royal gewonnen, wurde fünf Jahre später aber von Hollande geschlagen. Sein mitunter als hyperaktiv belächelter Führungsstil hatte ihm viel Kritik eingebracht.

Hollande zögert


Ob es damit zu einer Wiederholung des Duells von 2012 kommt, ist unklar. Auch die sozialistische Regierungspartei will ihren Kandidaten in einer Vorwahl küren - und der von schlechten Umfragewerten geplagte Hollande will erst Ende des Jahres entscheiden, ob er sich erneut bewirbt. Die Franzosen wählen ihren neuen Präsidenten im kommenden Frühjahr, die Stichwahl ist für den 7. Mai angesetzt.
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