Experte: Bis zu 500 Millionen Euro für G36-Nachfolger
Teure Gewehre

Die Anschaffung neuer Sturmgewehre für die Bundeswehr wird nach Einschätzung des Grünen-Wehrexperten Tobias Lindner bis zu eine halbe Milliarde Euro teuer werden. Da ein neues Gewehr zwischen 1500 und 2500 Euro koste, müsse man inklusive Munition von einer Summe zwischen 300 und 500 Millionen Euro ausgehen, rechnete er in der "Rheinischen Post" und in der "Frankfurter Rundschau" vor.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums zweifelte die Zahlen an. Er sagte am Mittwoch in Berlin, Stückzahl und Produkteigenschaften des zu beschaffenden neuen Gewehrs seien noch nicht bekannt. Erst wenn diese grundsätzlichen Fragen geklärt seien, sei es auch möglich über Kosten und über eine etwaige kostensparende Kooperation mit einer oder mehreren anderen Nationen nachzudenken. Der Hersteller des G36, Heckler & Koch, werde bei der Ausschreibung für das neue Gewehr genauso behandelt wie alle anderen möglichen Bewerber auch.

"Das Desaster um das G36 wird richtig teuer", sagte Lindner der "Rheinischen Post". Falls sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine Neuentwicklung entscheide, werde die Anschaffung sogar noch teurer, ergänzte er in der "Frankfurter Rundschau". Nach jahrelangem Hin und Her will die Bundeswehr das Sturmgewehr G36 wegen Präzisionsproblemen ausmustern. Ab 2019 sollen die 167 000 alten Waffen durch modernere Gewehre ersetzt werden.
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