Explosionen erschüttern Damaskus und Homs
Zahlreiche Tote bei Anschlägen in Syrien

Damaskus/Homs. Bei schweren Anschlägen auf religiöse Minderheiten in den syrischen Großstädten Homs und Damaskus sind am Sonntag nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 140 Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Insgesamt erschütterten am Sonntag sechs Explosionen ein Viertel der Alawiten-Minderheit in Homs und einen Schiitenbezirk im Süden der Hauptstadt Damaskus. Das teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter mit. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich in zunächst nicht überprüfbaren Online-Botschaften zu den Taten.

Beim Vormarsch syrischer Regimetruppen im Norden Syriens sind am Wochenende mindestens 50 IS-Kämpfer getötet worden. Die Gefechte fanden östlich der umkämpften Großstadt Aleppo statt. Die Einheiten von Syriens Machthaber Baschar al-Assad waren seit Anfang des Monats mit massiver Luftunterstützung russischer Kampfjets in der Region vorgerückt.

US-Außenminister John Kerry hat nach eigenen Angaben mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow eine "vorläufige Einigung" über die Bedingungen einer Feuerpause in Syrien erreicht. Das sagte Kerry in der jordanischen Hauptstadt Amman unter Verweis auf ein Telefonat mit Lawrow. Er betonte aber, dass noch nichts abgemacht sei. Russland bestätigte die Gespräche. Die syrische Regierung und die Opposition nannten aber zahlreiche Bedingungen für eine Feuerpause.

Assad zu Waffenruhe bereit


Der syrische Präsident Baschar al-Assad erklärte sich unter Bedingungen zu einer Waffenruhe bereit. Assad sagte der spanischen Zeitung "El País", Terroristen dürften eine Feuerpause nicht dazu ausnutzen, ihre Positionen zu verbessern. Zudem müssten andere Länder - vor allem die Türkei - daran gehindert werden, den Terroristen mehr Kämpfer, Waffen oder andere logistische Unterstützung zukommen zu lassen, hieß es in dem Interview.
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