Fachärzte beklagen große Lücken in der Versorgung
Volksleiden Schmerz

Die wenigsten der rund 2,8 Millionen Patienten mit schweren chronischen Schmerzen können laut Schmerzmedizinern angemessen versorgt werden. Das kritisierte der Berufsverband dieser Ärzte am Montag in Berlin. Hinter der Kritik steckt ein Streit in der Ärzteschaft darüber, wie die optimale Versorgung aussieht. Es geht dabei auch ums Geld. Bei der Versorgung der Betroffenen klaffen Riesenlücken, kritisierte der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin (BVSD). "Nur etwa jeder achte Patient kann von einem der 1102 ambulant tätigen Schmerzärzte, die auf die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen spezialisiert sind, versorgt werden", sagte BVSD-Vorsitzender Joachim Nadstawek.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen sehen die Lage anders. "Die schmerztherapeutische Versorgung gehört zu den Grundkenntnissen aller patientennahen Fachgebiete", sagt KBV-Sprecher Roland Stahl. Demnach seien nicht nur spezielle Schmerzärzte geeignet, auch schwere Fälle zu behandeln. Eine Sprecherin des Kassen-Spitzenverbands erklärte: "Schmerzmedizin ist ein klassisches Querschnittsfach."
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.