Fahrlässige Verschwendung personeller Ressourcen

Stellen Sie sich vor, Sie landen nach 13 Jahren Schule und fünf Jahren Studium auf der Straße. Genauso könnte es derzeit den Uni-Absolventen gehen. Es zeichnet sich ab, dass von den fast 1900 jungen Gymnasiallehrern weniger als 350 eine Festanstellung erhalten werden. An der Realschule nur 75 von 1400. Diesen Junglehrern, die in Bayern auf der Strecke bleiben, empfiehlt das Kultusministerium, sich in anderen Bundesländern zu bewerben.

Die hoch dekorierten und stets gelobten bayerischen Nachwuchs-Lehrer unterrichten an sächsischen oder brandenburgischen Gymnasien? Kann es sich der Freistaat Bayern tatsächlich leisten, seine Pisa-erprobten Nachwuchs-Akademiker so mir nichts, dir nichts einem anderen Bundesland zu überlassen? Eine solche Einschätzung wäre fatal. Außer Frage steht, dass es zu viele Lehrer für zu wenige Stellen gibt. Doch gerade da liegt der Hund begraben. Das Lehramtsstudium hat keine Begrenzung, keinen Numerus Clausus, nichts. Es gibt auch keine regulierende Instanz zwischen Abitur und Studienbeginn, die Abhilfe schaffen könnte. Beispielsweise das Schulamt könnte den Abiturienten aufzeigen, wie die Lehrersituation in fünf oder sechs Jahren aussieht. Ein klares "Lass die Finger davon" sorgt vielleicht für ein kurzzeitiges Ärgernis oder eine Planänderung. Aber immer noch besser, als nach 18 Jahren guter Ausbildung auf der Straße zu landen.

fabian.leeb@derneuetag.de
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