"Fairer Welthandel"

Auf der Anti-TTIP-Demonstration am Samstag in Berlin wurde auch Kanzlerin Angela Merkel aufs Korn genommen. Bild: dpa

Sozialabbau, Lohndumping und Öko-Gefahren: Die Angst vor dem Freihandelsabkommen mit den USA ist vor allem in Deutschland groß. Am Wochenende gingen die Menschen auf die Straße.

Mindestens 150 000 Menschen haben am Samstag in Berlin gegen die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada (TTIP und Ceta) protestiert. Die Veranstalter sprachen von 250 000 Teilnehmern. Getragen wurde der Protest von Umwelt- und Verbraucherschützern, Sozialverbänden und Gewerkschaften. Das Motto lautete: "TTIP und Ceta stoppen! Für einen gerechten Welthandel". Die Kritiker der Abkommen befürchten eine Aushöhlung europäischer Regeln und ein Absenken von ökologischen, sozialen und Verbraucherstandards. Sie fordern, die TTIP-Verhandlungen mit den USA zu stoppen und das mit Kanada verhandelte Ceta-Abkommen nicht zu ratifizieren.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sagte bei der Abschlusskundgebung: "Fairer Welthandel funktioniert nicht ohne starke Arbeitnehmerrechte", sagte er. Die Gewerkschaften seien nicht gegen den internationalen Handel. Dabei müssten aber Wohlstand, Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit in den Mittelpunkt gestellt werden.

Die EU und die USA verhandeln seit 2013 über eine Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TIPP), die durch den Wegfall von Zöllen und Handelshemmnissen mehr Wachstum und neue Jobs schaffen soll. Mit Anzeige in mehreren Tageszeitungen warb Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für das Abkommen. "TTIP ist weder "gut" noch "böse", hieß es. Europa habe die Chance, die Regeln für die Globalisierung mitzugestalten, und müsse seine Ideen von Freiheit im Handel und Verantwortung für die Menschen voranbringen.
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