Fall Peggy
Falsche Spur zum NSU

"Dann hätte diese Spur auch in allen anderen Fällen auftauchen müssen, in denen das Spurensicherungsgerät verwendet wurde." Zitat: Dorothea Marx, Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses in Erfurt

Die Überraschung war groß: Eine DNA-Spur, die am Fundort der getöteten Peggy gefunden wurde, führt zum Rechtsextremisten Böhnhardt. Das hat viele Spekulationen ausgelöst. Doch möglicherweise war alles doch ganz anders.

Bayreuth. Die Fälle des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und der getöteten Schülerin Peggy sind Hinweisen der Ermittler zufolge über eine Verunreinigung verknüpft. Es hätten sich "mögliche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass durch die mit der Spurensicherung in beiden Fällen befasste Tatortgruppe der Polizei in Thüringen teilweise identisches Spurensicherungsgerät verwendet wurde", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Bayreuth mit.

Eine Aussage zur Qualität der Spurensicherung und einer möglichen Kontamination können die Ermittler aber erst nach weiteren umfassenden und zeitaufwendigen Ermittlungen treffen. Das Bundeskriminalamt und die Soko Peggy, die zuletzt von 3 auf 40 Ermittler aufgestockt worden war, hätten den Befundbericht vom Fundort der Knochen des Mädchens und den Obduktionsbericht zu Böhnhardt abgeglichen. So hätten sich diese Erkenntnisse ergeben. Nun soll das eingesetzte Spurensicherungsgerät untersucht werden. Wobei es sich darum genau handelt, teilten die Ermittler nicht mit. In Medienberichten hieß es allerdings, eine Körperzelle des toten Böhnhardt könnte mit einem Meterstab an den Fundort von Peggys Überresten übertragen worden sein.

Für die Klärung seien Experten verantwortlich, die mit den Untersuchungen in den Verfahren bisher nicht befasst waren - also auch nicht mit den Analysen der DNA-Spuren. Zudem würden Zeugen vernommen, um den genauen Weg der Spur, deren Sicherung und Bearbeitung in Thüringen und Bayern zu überprüfen. "Wir überprüfen alles akribisch im Rahmen der Qualitätssicherung", bekräftigte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel.

Die Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx, zeigte sich skeptisch. Es sei absurd anzunehmen, dass die DNA Böhnhardts über Geräte der Polizei zum Fall Peggy gelangt sei, sagte sie. Dann hätte diese Spur auch in allen anderen Fällen auftauchen müssen, in denen das Gerät verwendet wurde. (Kommentar und Seite 6)

Dann hätte diese Spur auch in allen anderen Fällen auftauchen müssen, in denen das Spurensicherungsgerät verwendet wurde.Dorothea Marx, Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses in Erfurt
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